B.I.M. ist in Sachen Lärmreduktion parallel auf Landes- und Bundesebene aktiv

Die aktuelle Petition der Elztalbahn Bürgerinitiative können Sie bis zum 14.11.2017 hier unterzeichnen: https://www.openpetition.de/petition/online/neubewertung-der-ausbaustufe-2018-neu-breisgau-s-bahn-strecke-4311-freiburg-elzach

Oktober 2017

Vom 1. bis 16. Oktober wird ganztägig ein dreiteiliger Talent 2 durch das aktuelle Diesel-Ersatzfahrzeug vom Typ LINT41 ersetzt. Nach Auskunft der SWEG wegen Instandhaltungsarbeiten.

September 2017

Vom 18. bis 30. September wurde ganztägig ein dreiteiliger Talent 2 durch das aktuelle Diesel-Ersatzfahrzeug vom Typ LINT41 ersetzt. Nach Auskunft der SWEG wegen Instandhaltungsarbeiten.

Die Klopf- und Schlaggeräusche sind nach Auskunft der SWEG darauf zurückzuführen, dass im Rahmen der Instandhaltung der Streckeninfrastruktur in den Staufener Kurvenbereichen eine Bahnübergangssanierung sowie Stopf- und Schleifarbeiten durchgeführt wurden. Diese Maßnahmen seien mit Ablauf des 22. September beendet worden.

Juli 2017

Die Entscheidung über den künftigen Betreiber der Münstertalbahn ist gefallen: Ab 2019 wird es weiterhin die SWEG sein. Sie wird ab Dezember 2019  das gesamte Netz „Freiburger Y“ (Vergabenetz 9b) betreiben. Dies teilte das Landesverkehrsministerium am 12. Juli 2017 in Stuttgart mit. Die SWEG wird demnach Elektrotriebwagen des Typs Talent des Herstellers Bombardier einsetzen, d.h. die gleichen wie bisher mit den lärmerzeugenden starren Jakobsdrehgestellen. Allerdings wurde, um den Lärmschutz an der Strecke zu verbessern, eine Spurkranzschmierung vorgegeben, die das Quietschen in engen Kurven reduzieren soll. Gewiss auch ein Erfolg der Bürgerinitiativen, dem IBU/Hecht-Gutachten von 2015 zufolge aber nur die zweitbeste Lösung. Auch bleibt offen, ob alle Drehgestelle diese Schmierung erhalten.

Presseerklärung der B.I.M. vom 13.07.2017

Aufgrund der Auflagen zu verbessertem Lärmschutz wertet die Bürgerinitiative Münstertalbahn (B.I.M.) die Entscheidung, dass die SWEG ab Dezember 2019  weiterhin das gesamte Netz „Freiburger Y“ (Vergabenetz 9b) betreiben wird, als Teilerfolg.  Der Mitteilung des Landesverkehrsministerium zufolge wurde nämlich für die Triebzüge eine Spurkranzschmierung vorgegeben, um den Lärmschutz an der Strecke voranzutreiben. Freilich wird die SWEG weiter Elektrotriebwagen vom Typ Talent des Herstellers Bombardier einsetzen, d.h. die gleichen wie bisher mit den lärmerzeugenden starren Jakobsdrehgestellen. Dem IBU/Hecht-Gutachten von 2015 zufolge ist dies aber nur die zweitbeste Lösung. Vorausgesetzt, dass alle Drehgestelle der Triebwagen die Schmierung erhalten, ist dies aber ein Schritt zur Lärmminderung.

Angesichts des Ausgangspunkts der Diskussion um den durch den Einsatz der Talent 2 erhöhten Lärm auf der Münstertalbahn sieht die B.I.M. doch einen bedeutenden Fortschritt. Vor knapp vier Jahren, als die Talent 2 den fahrplanmäßigen Betrieb aufgenommen hatten, wurde praktisch von allen Verantwortlichen, voran die SWEG, ferner Land, Regierungspräsidium und Landratsamt die z.T. fast verdoppelte Lärmentwicklung zuerst schlicht geleugnet oder nicht beachtet; man meinte, das Problem aussitzen zu können. Demgegenüber waren die B.I.M. und die IG Staufen 2020 als Vertreter der lärmgeplagten Bahnanlieger unermüdlich mit Information der politischen Entscheidungsträger auf allen Ebenen sowie mit Öffentlichkeitsarbeit tätig. Erfolge für die Bürgerinitiative waren u.a., dass vier Schienenkopfschmieranlagen eingebaut wurden, in bestimmten Kurven durch Fahrplanentzerrung langsamer und damit leiser gefahren wird sowie die Läutwerke an den Bahnübergängen elektronisch betätigt und somit leiser sind als die metallischen Warnglocken. Wendepunkt in der öffentlichen Wahrnehmung war das gemeinsame, im Dezember 2014 veröffentlichte Gutachten des Fachbüros IBU und der Technischen Universität Berlin („Hecht-Gutachten“), das dankenswerterweise der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg mit Geschäftsführer Thomas Wisser in Auftrag gegeben hatte. Es wies nach, dass die Talent 2 in Kurven doppelt so laut wie die vorherigen RS 1 – Triebwagen waren, auf den Geraden etwa gleichlaut. Die Bürgerinitiativen hatten bei der Auswahl der Messpunkte mitgewirkt und auf dem Vergleich mit dem RS 1 bestanden. Damit wurde das Thema den „Entscheidern“ sozusagen auf den Schreibtisch gelegt und schaffte es letztlich, in die Ausschreibungskriterien zu kommen. Zuletzt hatte B.I.M. im September 2016 Verkehrsminister Hermann persönlich angesprochen und er hatte zugesagt,  nochmals die Situation bei Ausschreibungen und Lastenheft zu prüfen, damit am rollenden Material noch Lärmminderungs-Verbesserungen möglich würden.  Unterdessen hatten sich auch die Bürgermeister der drei Anliegergemeinden das Thema zu eigen gemacht, hilfreich waren auch Landtagsabgeordnete wie Patrick Rapp (CDU) oder Jochen Haussmann (FDP). Schließlich bildeten sich ähnliche Bürgerinitiativen an der Kaiserstuhlbahn und an der Elztalbahn.

Juni 2017

Bereits am 12. Juni hätten wir erfahren sollen, welches Bahnunternehmen ab 2019 die Münstertalbahn betreiben wird, wie durch Recherchen der Lokalredaktion Emmendingen der BZ bekannt wurde. Die Ausschreibung betrifft das Netz 9b, das sogenannte Freiburger Ypsilon, zu dem außer der Münstertalbahn die Strecken Kaiserstuhl Nord und die Elztalbahn gehören. Nun wurde – wiederum durch Recherche der BZ sowie Nachfrage von MdL Sabine Wölfle (SPD)  mit Stand vom 6. Juli – ermittelt, dass einer der unterlegenen Bieter innerhalb der 10-tägigen Einspruchsfrist einen Nachprüfungsantrag bei der Vergabekammer gestellt hat. Das Verkehrsministerium geht demnach davon aus, dass die Kammer „Anfang Juli“ entscheidet, ob dem Nachprüfungsantrag stattgegeben wird.

Mai 2017

Am 12. Juni sollen wir erfahren, welches Bahnunternehmen ab 2019 die Münstertalbahn betreiben wird. Dies wurde in zeitlichem Zusammenhang mit dem Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums Freiburg für die – ebenfalls zur Breisgau-S-Bahn gehörenden Kaiserstuhlbahn Nord – durch Recherchen der Lokalredaktion Emmendingen der BZ bekannt. Die Ausschreibung betrifft das ganze Netz 9b, das sogenannte Freiburger Ypsilon, zu dem außer der Münstertalbahn die Strecken Kaiserstuhl Nord/West, d.h. Riegel über Endingen/Sasbach bis Breisach und die Elztalbahn gehören. Die B.I.M. hatte sich bei Verkehrsminister Hermann persönlich dafür eingesetzt, als Vergabekriterium auch Vorkehrungen zur Lärmminderung zu berücksichtigen.

Die SWEG (Südwestdeutsche Verkehrs-AG), Betreiber der Münstertalbahn, ist mit der technischen Universität Berlin an einem innovativen, vom Bundesverkehrsministerium geförderten Projekt des Herstellers Bombardier beteiligt, der die Talent-2 Züge der Münstertalbahn geliefert hat: Wie das Fachblatt Eurail-Press berichtet, will das Bundesverkehrsministerium mit rund 4 Millionen Euro die Entwicklung eines mit Primove-Batterien ausgestatteten Talent-3-Elektrotriebzugs von Bombardier für den Einsatz auf nicht- oder teilelektrifizierten Strecken fördern.

April 2017

Vom 03. bis 07. April wurde ganztägig ein dreiteiliger Talent 2 (ET 150) durch einen einteiligen RS1 ersetzt. Nach Auskunft der SWEG wegen Reparaturarbeiten. Auch am 11. und 12. April war wieder der RS 1 unterwegs – ebenso am 24., 25., 26. und 28. April. Unterdessen haben die Rollgeräusche des Talent 2 in innerörtlichen Kurven wieder deutlich zugenommen.

An der wie die Münstertalbahn zur Breisgau-S-Bahn gehörenden Kaiserstuhlbahn haben Anfang April die elfmonatigen Bauarbeiten zur Elektrifizierung der Ostachse zwischen Gottenheim und Riegel begonnen. Der Zugverkehr ist für die voraussichtlich elfmonatige Bauzeit eingestellt, ersatzweise fahren Busse.

März 2017

In der Bundesvereinigung gegen Schienenlärm haben sich bundesweit Bahnanlieger, Bürgerinitiativen, Gemeinden und andere Körperschaften zusammengeschlossen, um ihr gemeinsames Interesse an gesunden Wohnverhältnissen, sprich weniger Bahnlärm in der Nachbarschaft von Eisenbahntrassen zu verfolgen. Sie machen u.a. Lobbyarbeit gegenüber der Landes- und Bundespolitik und informieren z.B. über neueste rechtliche und politische Entwicklungen zum Thema Bahnlärm. Ziel ist es, für Millionen Bahnanlieger eine Verminderung oder gar Beseitigung der schädlichen Umweltauswirkungen des Schienenverkehrs, wie Lärm, Erschütterungen, sekundärer Luftschall, Elektrosmog an elektrifizierten Strecken, voranzubringen. Die Webadresse unter der Rubrik „Links“ verfügbar.

Ein Einsatzfahrzeug mit Hebetechnik zur Verwendung im Notfallbezirk Breisgau will die SWEG der BZ vom 9. März zufolge anschaffen. Das gab Bad Krozingens Hauptverwaltungsdezernent Andreas Schmid in einer Gemeinderatssitzung bekannt. Nach dem tödlichen Unfall eines 83-Jährigen auf dem Bahnübergang am Platanenweg Ende Januar hatte die Bad Krozinger Stadtverwaltung bei der SWEG nachgefragt. Auch mit der Feuerwehr war das Thema besprochen worden. Am 23. März stellte die BZ nach Anfrage bei der SWEG klar, dass es sich nicht um ein Schienenfahrzeug handele, sondern einen Anhänger, der von einem Kleintransporter auf der Straße zum Einsatzort gezogen werde. Wo das Gerät stationiert wird, konnte oder wollte die SWEG weiter nicht mitteilen.

Fünf Bürgerinitiativen gibt es unterdessen im Bereich der Breisgau-S-Bahn: Die Bürgerinitiative Münstertalbahn, Anfang 2014 gegründet, die vor allem für leiseres Zugmaterial auf der Münstertalbahn eintritt, die seit 2011 aktive Interessengemeinschaft Staufen 2020, die eine Begrenzung der Lärmentfaltung der Betriebswerkstatt der SWEG in Staufen – auch nach deren Vergrößerung – fordert, seit 2015 die Bürgerinitiative Kaiserstuhlbahn, die zusätzlich zum Streckenlärm auch den Lärm inklusive Standlärm am Bahnhof Endingen beschränken will und die Elztalbahn-Bürgerinitiative, die u.a. vor dem Elektrosmog nach der geplanten Elektrifizierung warnt. Neu ist das Bündnis „Elztalbahn jetzt“, das gegen Verzögerungen bei der Elektrifizierung der Elztalbahn eintritt.

Im Genehmigungsverfahren für die Strecke Breisach-Titisee-Neustadt der Breisgau-S-Bahn, zu der auch die Münstertalbahn gehört, hat nunmehr die Stadt Freiburg ihre Stellungnahme ans Regierungspräsidium abgegeben. Sie sieht Verbesserungsbedarf vor allem beim Lärmschutz. Nach Plänen der DB Netz AG soll er vor allem durch Lärmschutzwände gesichert werden; der Bauausschuss sieht noch Lücken und Ergänzungsbedarf.

Februar 2017

Im Hinblick auf die Elektrifizierung der Elztalbahn, die wie die Münstertalbahn zur Breisgau-S-Bahn gehört, haben Mitglieder der Elztalbahn-Bürgerinitiative in einem offenen Brief an Landrat Hanno Hurth, an den Zweckverband Regio Nahverkehr (ZRF) in Freiburg und an die Deutsche Bahn das Vorgehen zum Ausbau und zur Elektrifizierung der Elztalbahn kritisiert. Insbesondere fordern sie die Einbeziehung der Bürger gemäß der Verwaltungsvorschrift der Landesregierung zur Bürgerbeteiligung. Der Landrat hatte sich für einen Sofortvollzug nach Vorliegen des Planfeststellungsbeschlusses ausgesprochen, damit die neue Elztalbahn wie geplant Ende 2019 in Betrieb gehen könne. Eine neue Bürgerinitiative, das Bürgerbündnis Elztalbahn jetzt, setzt sich ebenfalls für eine rasche Inbetriebnahme der elektrifizierten Elztalbahn mit Einführung des Halbstundentakts 2019 ein.

Dem für die Öffentlichkeit im Internet zugänglichen Vergabekalender des Verkehrsministeriums für den Schienenpersonennahverkehr zufolge ist das Vergabeverfahren für das Netz 9b (sog. Freiburger Y, d.h. Münstertalbahn, Elztalbahn und Kaiserstuhlbahn West) nach wie vor offen. Nach der ursprünglichen Planung hätte es im Dezember 2016 abgeschlossen sein sollen. B.I.M. hatte im September 2016 Verkehrsminister Hermann in einem Gespräch in Titisee-Neustadt eindringlich gebeten, mit Hilfe der Ausschreibungen Verbesserungen am rollenden Material mit dem Ziel der Lärmminderung durchzusetzen.

Zum neuen Aufsichtratsvorsitzenden der SWEG wurde einer Meldung im SWEG-Magazin zufolge der 65jährige Ministerialdirektor im baden-württembergischen Verkehrsministerium (MV), Ministerialdirektor Prof. Dr. Uwe Lahl gewählt, der dem MV seit 2014 angehört. Als Aufsichtsratsvorsitzender folgt er Wolfgang Reimer, damals Amtschef im Agrarministerium, dessen Amtszeit am 31. Mai 2016 endete und der dann Regierungspräsident in Stuttgart wurde. Reimer war seit November 2014 als Nachfolger von Verkehrsminister Winfried Hermann Aufsichtsratsvorsitzender. Hermann wollte Interessenkonflikte vermeiden, wenn sich die SWEG bei Ausschreibungen im Bahnverkehr bewirbt. Ob dieser Konflikt für Lahl nicht gilt, wäre zu erklären.

Januar 2017

Stellungnahme der B.I.M. zur Problematik des unbeschrankten innerörtlichen Bahnübergangs in Bad Krozingen

B.I.M. weist im Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall an einem Bahnübergang der Münstertalbahn in Bad Krozingen darauf hin, dass sie frühzeitig auf die Gefährlichkeit des unbeschrankten Bahnübergangs am Platanenweg in Bad Krozingen aufmerksam gemacht hat, u.a. wegen des nahegelegenen Kinderspielplatzes und der häufigen Notbremsungen an dieser Stelle. Infolge dessen hatten die Bürgermeister der drei Anliegergemeinden an der Münstertalbahn im Juli 2015 diese Problematik in ihren Fragenkatalog an die SWEG aufgenommen. Bad Krozingen bat um ein kostengünstiges Angebot, um die vorhandene Situation durch bauliche Umrüstmaßnahmen zu verbessern. Diese Frage blieb seitens der SWEG in Bezug auf die gewünschte Erhöhung der Sicherheit unbeantwortet – abgesehen vom Hinweis auf „Pfeifsignale bei unberechtigtem Betreten der Bahnanlage“ – und wurde nicht in die anschließend auf der SWEG-Website veröffentlichten FAQ aufgenommen. In ihrem ausführlichen Kommentar zu den FAQ bemerkte B.I.M. : „Hier stellt sich die Frage, auf welcher rechtlichen Grundlage überhaupt ein innerörtlicher unbeschrankter Bahnübergang (z.B. an einem Kinderspielplatz in Bad Krozingen) zulässig ist“ – siehe Aktuelles September 2015. Zuletzt hatte B.I.M. in ihren „Wahlprüfsteinen“ für die Kandidaten bei der Landtagswahl am 13. März vergangenen Jahres auf diese Problematik hingewiesen.

Am Rande einer Sitzung der Regionalverbände Mittlerer und südlicher Oberrhein am 25. Jan. in Offenburg zum Thema „Bahnlärm, Reduktion an der Quelle“ tauschte sich B.I.M. mit Prof. Hecht (TU Berlin) über den aktuellen Stand an der Münstertalbahn aus. Hecht gab den Eindruck wieder, daß die Bahnbürokratie in Baden Württemberg zu industriehörig sei, speziell Richtung Bombardier. In seinem Referat befaßte er sich mit richtigem Schienenschleifen als Möglichkeit einer Lärmminderung. Die Regionalverbände forderten einstimmig die DB auf, unmittelbar nach Beendigung dem Schleifen eine durch Norm festgelegte Qualität nachzuweisen, die den Lärm von Schienenfahrzeugen nicht erhöht und somit die Anwohner von Eisenbahnstrecken nicht durch – vermeidbaren – erhöhten Lärm belästigt. Wie erinnerlich, war auch an der Münstertalbahn nach dem Schleifen im Frühjahr 2015 der Lärm zunächst höher als vorher.

Dezember 2016

Allen unseren Aktiven, Unterstützern und Helfern, den Mitstreitern bei der IG2020, an Kaiserstuhl und im Elztal, ferner den hilfreichen Gesprächspartnern in Gemeinderäten, Bürgermeisterämtern, im Landratsamt und im Regierungspräsidium, im ZRF und in der NVBW, ferner im Landtag und Bundestag sowie in der Landesregierung, aber auch – noch unbekannterweise – im Vorstand der SWEG wünschen wir friedvolle Weihnachtstage und ein gutes Neues Jahr mit weniger Bahnlärm.

Von Montag, 28. November bis Samstag 17. Dezember (3 Wochen), ist einer der dreiteiligen Talent 2 (ET 151) der Münstertalbahn außer Betrieb genommen und im Betriebswerk in Staufen abgestellt. Ganztägig ist daher ein einteiliges RS1-Dieselfahrzeug im Verkehrsbetrieb in Einsatz. Fragen nach dem Grund der Außerbetriebnahme wurden von der SWEG bislang nicht beantwortet.

Zusammen mit der Bürgerinitiative Kaiserstuhl (B.I.K.) nahm B.I.M. am 22.12. in Emmendingen an einem Treffen zum Thema Reduzierung des Bahnlärms durch besseres Monitoring teil, zu dem MdL Sabine Wölfle und MdB Johannes Fechner (beide SPD) eingeladen hatten. Für die Firma Innotec stellte Christopher Ast Monitoringsysteme vor, die praktisch jede Unrundheit und Flachstelle an Zugrädern und Riffelbildung an den Schienen feststellen können. Deren Beseitigung verringere den Verschleiß und damit den Lärm.  Die Betreiber müßten auch stärker auf das verwendete Material achten: „Was im Moment günstiger erscheint, ist nach schnellerem Verschleiß dann auch wieder teuer. Da ist ein Umdenken erforderlich“, so Ast. „So profitieren alle. Die Bürger mit weniger Belästigung und die Betreiber durch weniger Kosten“. 

Das Rollgeräusch (auf der gesamten Strecke und insbesondere auf der Stahlbrücke Bad Krozingen und in den Kurven) und auch das Quietschen in den innerörlichen Kurven hat wieder deutlich zugenommen. Die Unterschiede zwischen den beiden Fahrzeugtypen Talent 2 (E-Triebwagen) und RS1 (D-Triebwagen) sind aufgrund ihres 3-wöchigen parallelen Einsatzes gut zu Lasten des Talent 2 wahrnehmbar.

November 2016

Als erstes Nahverkehrsnetz im Südwesten soll einer Pressemitteilung des Stuttgarter Verkehrsministeriums (MV) zufolge die Ortenau-S-Bahn ab 2021 nur noch Züge mit Brennstoffzellen- oder Batterieantrieb einsetzen. Dies sieht die Neuausschreibung des Netzes vor, die auch die Infrastruktur u.a. für die Versorgung mit Wasserstoff umfaßt. Verkehrsminister Winfried Hermann erklärte dazu u.a.: „Emissionsfreie Züge mit Brennstoffzellen- oder Batterieantrieb können eine umweltfreundliche Alternative zu den vorhandenen Dieseltriebzügen im Schienenverkehr sein. Wo der Bau einer Oberleitung zu teuer ist, müssen neue und klimaneutrale Technologien zum Einsatz kommen.“ Nach groben Schätzungen wäre der Bau einer Oberleitung etwa viermal so teuer wie der Einsatz von Batterie- oder Brennstoffzellenzügen. Zum Einsatz könnte die im September auf der Fachmesse InnoTrans vorgestellte wasserstoffgetriebene Version „iLint“ der Typenreihe „Coradia“ des Herstellers Alstom kommen. Bereits 2014 hatte das MV eine entsprechende Absichtserklärung mit Alstom abgeschlossen. Die Webseite der SWEG, des jetzigen Betreibers der Ortenau-Bahn, liefert zu diesem Vorhaben keine Informationen.

Einige auch für die Münstertalbahn interessante Aussagen enthält die Antwort von Verkehrsminister Hermann vom 7. Nov. auf eine kleine Anfrage der Lahrer Landtagsabgeordneten Marion Gentges (CDU): Zuerst wird die Lärmproblematik der Jakobsdrehgestelle der Talent 2 von Bombardier unumwunden zugegeben. Dann berichtet er, das Land habe bei der Ausschreibung für die Kaiserstuhlbahn gefordert, „dass zusätzlich zur Spurkranzschmierung am ersten Radsatz auch die übrigen Jakobsdrehgestelle mit Spurkranzschmierungen vorzurüsten sind“. Aus der Bahnbürokratie ist allerdings zu hören, dass nur die Antriebs-Jakobsdrehgestelle diese Schmierungen bekommen – wie schon früher gemeldet. Ferner werde aber Hermann zufolge „derzeit geprüft, die Jakobsdrehgestelle mit Schienenkopfkonditionieranlagen oder mechanischen Komponenten zur Einstellung der Radsätze bei Kurvenfahrt auszurüsten“. Schließlich stellt er fest, dass es „auf dem Fahrzeugmarkt auch Elektrofahrzeuge ohne Jakobsdrehgestell…“ gibt. Offenbar sind also Erkenntnisse, dass und wie eine Lärmminderung bei Triebzügen besonders in Kurven möglich ist, nach knapp drei Jahren auch an der Spitze des Verkehrsministeriums angekommen. Leider erst nach Kauf und Einsatz der Talent 2 durch die SWEG auf der Münstertalbahn.

Der Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau der – wie die Münstertalbahn zur Breisgau-S-Bahn gehörenden – Kaiserstuhlbahn Ost ist inzwischen erlassen. Damit kann die SWEG als Infrastrukturunternehmen auf dem Abschnitt zwischen Bahlingen, Teningen-Nimburg, Eichstetten, Bötzingen und Gottenheim mit der Elektrifizierung der Strecke beginnen. Die Streckenabschnitte Nord und West der Kaiserstuhlbahn befinden sich noch im Planfeststellungsverfahren.

Im Unterschied zu den Talent 2 (Bombardier), die auf der Münstertalbahn eingesetzt sind, sind die FLIRT (Stadler), die am Hochrhein fahren, auch an den Jakobsdrehgestellen mit weichen Achsanlenkern ausgestattet. Diese reduzieren auf kurvenreichen Strecken Verschleiß und Lärm. Ab 2019 sollen die von der Schweizer Südostbahn (Region St. Gallen) bestellten FLIRT mit hydraulischen Achsanlenkern, die bei den derzeitigen FLIRT auch nachrüstbar sind, weiter zum Radiallenker verbessert werden.

Oktober 2016

Vom 04.-07. Oktober ist auch in Hauptverkehrszeiten das einteilige D-Fahrzeug (RS1) als Ersatz für einen dreiteiligen Talent 2 im Einsatz. Am 25. Oktober fehlt ein Talent 2 ganztägig. Einen Komplettausfall einer innerörtlichen Schmieranlage in Staufen gibt es am 06. Oktober.

Wie beim Bürgerdialog der Grünen am 13.09. mit der für Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg zuständigen Staatsrätin Gisela Erler vereinbart, übermittelt B.I.M. eine Darstellung der Verschleiß- und Lärmproblematik an der Münstertalbahn, die auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten Auswirkungen auf das zukünftige Zugmaterial für die Breisgau-S-Bahn hat. Wichtig sei jetzt, durch die Konditionen der Ausschreibungen für die noch offenen Streckenteile optimale Lösungen direkt an der Verschleiß- und Lärmquelle zu fordern: Züge mit Radiallenkern oder mindestens Schmierung an allen problematischen Drehgestellen.

Die SWEG hat ihre Eisenbahninfrastruktur, d.h. auch die 11 km lange Strecke der Münstertalbahn nebst Bahnhöfen und Haltepunkten, ausgegliedert. Die Geschäftsführung der neuen SWEG Schienenwege GmbH hat der bisherige Fachbereichsleiter Bautechnik/Planung Eisenbahninfrastruktur, Markus Remmel, übernommen. Diese Abgrenzung von allen übrigen Unternehmenszweigen (z.B. Verkehrsbetrieb) verlangt der Gesetzgeber, damit allen Zugbetreibern ein problemloser Zugang zu allen Schienenwegen gewährleistet wird.

Der neue Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung, MdL Thomas Marwein, informiert sich bei der B.I.K. (Bürgerinitiative Kaiserstuhlbahn) in Endingen zum Thema „Neuer Lärm durch neue Züge“. Er will sich u.a. dafür einsetzen, dass die Gesetzeslücken in Sachen Lärmschutz geschlossen werden. In Endingen – wie auch in Staufen – ist zusätzlich zum Verkehrslärm der Abstell- und der Anlagenlärm an den innerörtlichen Betriebswerken ein noch ungeklärtes Thema.

September 2016

Vom 01.-11. September funktionieren die Schmieranlagen in Staufen schon wieder nicht mehr ausreichend. Das Quietschen, Dröhnen und Schlagen der Räder der Talent 2 hat dadurch Tag und Nacht massiv zugenommen.

Zukünftig (nach Fertigstellung des 3. und 4. Gleises der Rheintalbahn) soll – so informierte der ZRF bei einer Veranstaltung der VHS Freiburg am 30. Sept. – die Verbindung Münstertal – Freiburg mittels einer Abzweigung bei Leutersberg (sog. Güterumfahrung Freiburg) über Haslach nach Freiburg Hauptbahnhof führen, d.h. nicht mehr über St. Georgen.

Zum Interview der BZ mit VM Hermann schickt B.I.M. am 27.09. an die BZ eine Stellungnahme, die „Licht und Schatten“ in den Darlegungen des Ministers sieht: Einerseits den Rückzug auf die gesetzlichen Anforderungen als Standardphrase der Lärmverursacher, andererseits die Hoffnung auf einen gewissen Fortschritt bei der BSB Ost-West (Netz 9a) beim Schutz gegen Kurvenlärm durch die von der DB-Regio vorgesehenen Alstom Coradia-Züge gegenüber den Talent 2 der SWEG. Entscheidend ist, mit wie vielen und mit welchen geschmierten Drehgestellen die Züge ausgestattet werden.

Am  26. Sept. trifft sich B.I.M. mit Staufens Bürgermeister Benitz. Dieser berichtet über das Gespräch der drei Bürgermeister der MTB-Anliegergemeinden mit dem Vorstand der SWEG, d.h. auch mit dem neuen Technik-Vorstand Tobias Harms, zu Fahrbetrieb und Bau der Werkhalle. Ferner Gedankenaustausch über die Vergabe von Netz 9a (BSB Ost-West) an die DB Regio und deren Pläne zum Einsatz von Alstom-Coradia-Triebzügen und evtl. Rückwirkungen auf die MTB.

Am 22.09. trägt B.I.M. auf Einladung des Gesamt-Fahrgastbeirats des Regio-Verkehrsverbunds Freiburg (RVF) vor diesem Gremium über die Ziele und Erfolge der B.I.M., aber auch weiter offene Bahnlärm-Probleme vor: Für ÖPNV und Verbesserung der Infrastruktur im ländlichen Raum, gegen verfehlte Modernisierung, die mit viel Geld ungeeignete Züge anschafft, durch die insbesondere Kurven- und Abstelllärm, Erschütterungen sowie erhöhter Verschleiß an Rad und Schiene verursacht wird.

Am 20.09. wird MdL Thomas Marwein zum Beauftragten der Landesregierung für den Lärmschutz berufen. Sein Motto: „Nicht nur über Lärm reden, sondern aktiv an der Vermeidung arbeiten.“

Fünf vor zwölf für leisere Züge

vm-hermann-mit-b-i-m-sprecher-team-13-09-2016-4c„Es ist fünf vor zwölf“, erklärten die Sprecher der Bürgerinitiative Münstertalbahn (B.I.M.) Verkehrsminister Hermann und überreichten ihm am 13.09. beim Bürgerdialog der baden-württembergischen Landtagsfraktion und Minister der Grünen in Titisee eine große Uhr mit genau dieser Zeitangabe. Gemeint sind die Ausschreibungen für die Breisgau-S-Bahn (BSB), mit denen entschieden wird, welches Eisenbahnverkehrsunternehmen mit welchen Zügen ab Ende 2019 auf der BSB verkehren wird. Der Minister sagte zu, nochmals die Situation bei Ausschreibungen und Lastenheft zu prüfen, damit am rollenden Material noch Lärmschutz-Verbesserungen möglich würden.

Hermann hatte vor kurzem noch dem Emmendinger MdL Stoch geschrieben, dass in den Lastenheften an die Züge insbesondere aus zeitlichen Gründen keine weiteren technischen Anforderungen gestellt würden und Schienenkopfschmieranlagen die einzigen Vorkehrungen gegen den Zuglärm sein würden. Die B.I.M.-Sprecher wiesen Hermann eindringlich darauf hin, daß die Schmieranlagen sich seit ihrer Installation als sehr störanfällig und die SWEG sich als weitgehend serviceunfähig erwiesen habe, so dass der Lärm gerade unlängst an den heißen Tagen unerträglich gewesen sei. Ohnehin seien Schmieren und Schleifen laut Gutachten die am wenigsten wirksame und am wenigsten nachhaltige Maßnahme. B.I.M. legte gemeinsam mit Vertreten der Bürgerinitiative Kaiserstuhlbahn auch dar, daß die frühere Ausrede, es gebe keine geeigneten Züge – d.h. ohne Jakobsdrehgestelle mit langem Achsstand und starren Achsen oder mit Radiallenkern – nunmehr endgültig falsifiziert sei, nachdem die Schweizer Südostbahn vom Hersteller Stadler Triebzüge vom Typ FLIRT mit Radiallenkern kaufen würde. B.I.M. fragte, ob wir Baden-Württemberger denn weniger lernfähig und innovativ sein wollten als die Schweizer. Immerhin sind diese durch die Modernisierung entstandenen Probleme bereits gutachterlich erwiesen seit 2014 bekannt.

Hermann zeigte durchaus Verständnis, verwies aber u.a. auf haushälterische Probleme. Hierzu kommentierte B.I.M., er als Grüner müsse doch wissen, dass Umweltschutz nun mal nicht umsonst zu haben sei. Als Politiker sei er gefordert, die Prioritäten für Lärmschutz zu setzen insbesondere wenn Lärmprobleme durch eine Modernisierung erst entstehen. Im übrigen würden die höheren Wartungskosten für Schmieren und Schleifen stets ignoriert.

Die für Bürgerbeteiligung zuständige Staatsrätin Erler vertrat im Gespräch mit B.I.M. und B.I.K. die Meinung, dass man aus den an der Pilotstrecke Münstertalbahn gemachten Fehlern lernen müsse. Dass die Modernisierung zu einer Verschlechterung in Sachen Lärm/Gesundheit sowie zu vorzeitigem Verschleiß führt, solle für die weiteren Strecken an der Breisgau-S-Bahn vermieden werden, denn wenn man politisch etwas wirklich wolle, sei auch das nötige Geld vorhanden.

August 2016

Von Montag 01.08. bis Freitag 05.08. ersetzt das D-Ersatzfahrzeug (RS1, einteilig) ganztägig einen Talent 2 (dreiteilig). Den ganzen August über quietscht es bei Fahrten mit dem Talent 2 (nicht beim RS1) in den Staufener Kurven.

Beratung und Informationsaustausch der Bürgerinitiativen B.I.M. und IG2020 (Münstertalbahn) mit der B.I.K. (Kaiserstuhlbahn) am 3.8. in Staufen an der Pilotstrecke Münstertalbahn.

B.I.M. berät sich am 3.8. mit Staufens Bürgermeister Benitz zur aktuellen Situation an der Münstertalbahn betreffend der stillschweigenden Verlängerung des Verkehrsvertrags durch das MVI, lärmmindernde Kriterien fürs Rollmaterial bei der MVI-Ausschreibung für das Netz 9b sowie den Kommunikationsstopp der SWEG. Die weitere Vorgehensweise wird abgesteckt.

B.I.M. nimmt Akteneinsicht in die Antragsunterlagen der SWEG auf „Erteiligung einer planungsrechtlichen Entscheidung nach §18 AEG“ betreffend der bereits installierten vier Schienenkopfkonditionierungsanlagen an der Münstertalbahn.

Juli 2016

Das Kurvenkreischen hat in Bad Krozingen und Staufen wieder deutlich zugenommen.

MdL Jochen Haußmann (FDP) hat mit Schreiben vom 28. Juli Verkehrsminister Hermann gefragt, warum das Verkehrsministerium in den Vertrag für die Münstertalbahn, der stillschweigend am 9. Juni verlängert wurde, keinerlei Vorkehrungen für Lärmschutz aufgenommen hat und hinsichtlich der Verträge für die Breisgau-S-Bahn ab 2019 nur sehr vague Aussagen zum Lärmschutz macht. Dies geht aus Hermanns Antwort vom 16. Juni auf eine Anfrage von MdL Rapp (CDU) hervor. Ferner fragt Haußmann nach Ungereimtheiten in der Stellungnahme, die die damalige Lärmschutzbeauftragte Dr. Splett im Verkehrsausschuss vom 11.11.2015 abgegeben hat, nämlich, dass „…ein mehrjähriger Vertrag mit der SWEG bestehe, in dem geregelt sei, welche Fahrzeuge zum Einsatz kämen…“.

Der Gemeinderat Staufen stimmt am 27.7. dem Antrag der SWEG auf Errichtung von vier (bereits vorhandenen) Schienenkopfkonditionierungsanlagen SKKA (Münstertalbahn) zu. Konrekt soll festgestellt werden, dass die vorhandenen vier SKKA i.S. von §18 AEG von unwesentlicher Bedeutung sind („Absehensentscheidung“). §18 AEG regelt, dass Betriebsanlagen nur eingebaut werden dürfen, wenn diese zuvor planfestgestellt wurden.

Auch MdL Sabine Wölfle (SPD Emmendingen) hat inzwischen Antwort von Verkehrsminister Hermann auf ihre parlamentarische Anfrage erhalten: Zur Kurvengängigkeit der Talent 2 schreibt dieser lediglich, dass sie im Sinne einer sicheren Befahrbarkeit der Gleisbögen sichergestellt sei. D.h. er redet am Problem vorbei: Die Problematik Lärm und Verschleiß, die aufgrund der fehlenden Zulassungsgrenzwerte für Kurven entstanden ist, erwähnt der Minister nicht. Die ausführliche Stellungnahme von MdL Wölfle und der BI Kaiserstuhlbahn findet sich hier.

Erst durch die Antwort von Verkehrsminister Hermann vom 7. Juli auf eine Anfrage von MdL Patrick Rapp (CDU) werden interessante Details zum Stand der Vergabeverfahren für Münstertal- und Kaiserstuhlbahn (Netze 9a und 9b) öffentlich: Der Übergangsvertrag mit der SWEG für die Münstertalbahn von 2016 bis 2019 wurde bereits am 9. Juni (d.h. als die neue Landesregierung bereits im Amt war) durch das Verkehrsministerium einfach verlängert (ohne jegliche Verbesserungen z.B. hinsichtlich der Lärmentwicklung und des Verschleißes). Die Öffentlichkeit erfuhr davon überhaupt nichts, die Website der SWEG, die nach Vorstellung der damaligen Lärmschutzbeauftragten Transparenz (u.a. über die „Häufig gestellten Fragen“) herstellen sollte, schweigt sich dazu aus.

Hinsichtlich der Verträge ab 2019 für die Netze 9a und 9b würden derzeit die Anträge der Bewerber geprüft. Fahrzeugseitige Maßnahmen zur Lärmminderung würden im Vergabeverfahren mit den Bietern „erörtert“. Die gesetzlichen Lärmgrenzwerte würden in jedem Fall eingehalten.

Diese Auskunft Hermanns verheißt wenig Gutes: Die Floskel von der Erörterung von lärmmindernden Maßnahmen mit den Bietern verwendet das MVI bereits seit längerem, sonst i.d.R. versehen mit dem Totschlag-Argument möglicher Mehrkosten. Und die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte sollte erstens eine Selbstverständlichkeit sein und bedeutet zweitens für den Kurvenlärm gar nichts, da es hierfür bei der Zulassung von Triebzügen keine Grenzwerte gibt. Die offensichtlichen Mehrkosten für Schmieranlagen, Wartung und Verschleiß des auf der Münstertalbahn eingesetzen Zugmaterials, werden nach wie vor ignoriert, da sie aus einem anderen „Topf “ finanziert werden. Obwohl die effektiven Abhilfemaßnahmen seit Vorliegen des Hecht/IBU-Gutachtens für die Münstertalbahn bekannt sind, nämlich Züge mit radial einstellbaren Drehgestellen, wurden diese nicht verbindlich ins Vergabeverfahren eingebracht. In der Schweiz hingegen wurden aktuell bereits Züge mit Radiallenkern in Auftrag gegeben.

 

Die Schweizer Südostbahn (SOB), deren Streckennetz viele, z.T. noch engere Kurven als die Münstertalbahn aufweist, bestellt neue Triebwagen für ihren Voralpenexpress. Bestellt wird der FLIRT (Hersteller Stadler) mit einer Neuerung: Innovative Fahrwerktechnik, unter anderem mit Radiallenker, sorgt für verschleissarmen Betrieb auf dem kurvenreichen Streckennetz der SOB. “
Dies hatte bereits 2014 das Gutachten von Prof. Hecht/IBU-Institut auch für die Münstertalbahn vorgeschlagen.

B.I.M. tauscht sich am 11.7. mit ZRF-Geschäftsführer Wisser und ZRF-Planer Anders vor Ort in Staufen über den aktuellen Sachstand und die weitere Vorgehensweise aus.

Juni 2016

Mitte Juni hat das Kurvenkreischen des Talent 2 innerorts von Staufen wieder massiv zugenommen (siehe Video). Eine Ursache könnte die für ca. 1,5 Wochen defekte Schmieranlage am Stadtsee sein. Die Schmieranlage in Bad Krozingen ist ebenfalls defekt. Bei den Vorbeifahrten mit dem einteiligen Dieseltriebwagen RS1, der vom 14.-17. Juni täglich im Einsatz war, quietscht es trotz defekter Schmieranlage nicht.

Das generell wieder zunehmende Rollgeräusch der Münstertalbahn scheint leider die Prognose von Prof. Hecht von Januar 2015 in Staufen zu bewahrheiten, dass die drittbeste Lösung „Schleifen & Schmieren“ im besten Fall für ein, max. zwei Jahre Linderung bringen wird, denn die Schienen sind in den Kurven bereits wieder aufgeraut. Tatsächlich liegt das Schleifen noch nicht einmal ein Jahr zurück.
Ein aktueller Fachartikel im EI-Eisenbahningenieur bestätigt, dass Lärmreduzierung ein Qualitätsindikator von nachhaltiger Instandhaltung ist. Nur glatte Schienen lassen Lärm und Instandhaltungskosten signifikant sinken. Eine aggressive Bearbeitung hingegen führt zur Akustik- und Lebensdauerproblemen. 

Die Gesundheitsminister der Länder haben auf ihrer 89. Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am 29. und 30. Juni 2016 in Rostock-Warnemünde eindringliche Forderungen an den Gesetzgeber zur Gewährleistung des Schutzes der Gesundheit vor Bahnlärm gerichtet (Beschlüsse). Die GMK ist der Auffassung, dass der Lärmschutz an Schienenstrecken deutlich zu verbessern ist. Insbesondere ein gesunder Nachtschlaf muss gewährleistet sein. Weitere rechtliche und konzeptionelle Voraussetzungen für die Vermeidung von Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Lärm als Folge des Bahnverkehrs müssen geschaffen werden. Nach neueren Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen beeinträchtigt Bahnlärm die Gesundheit der Menschen grundsätzlich in ähnlicher Weise wie andere Verkehrslärmquellen. Im Vordergrund der Lärmwirkungen stehen sowohl kurzzeitige als auch langfristige kardiovaskuläre Effekte. Hierbei ist insbesondere die Beeinträchtigung des Schlafs von Bedeutung. Ein engerer Zusammenhang mit Maximalschallpegeln im Vergleich zu Mittelungspegeln wird beobachtet. Auch gibt es Hinweise auf den Einfluss von langfristig einwirkendem Bahnlärm auf die kognitive und psychomotorische Leistungsfähigkeit. Die GMK leitet den Beschluss der Verkehrsministerkonferenz mit der Bitte zu, sich auf dieser Grundlage für einen besseren Lärmschutz einzusetzen. Sie gibt den Beschluss der Umweltministerkonferenz und der Raumordnungsministerkonferenz zur Kenntnis.

MdL Sabine Wölfle (SPD, Emmendingen) stellt Ende Juni eine Anfrage zur Elektrifizierung der Elztal- und Kaiserstuhlbahn (Landtag). Dort fragt sie u.a. nach der Einschätzung des MVI zur Kurvengängigkeit des Talent 2 und den erforderlichen Abstellmodalitäten.

Die Bundesregierung hat auf eine parlamentarische Anfrage (Bundestag) der Grünen-Fraktion bestätigt, dass in den Vorgaben für Schienen-Personen-Nahverkehre (SPNV) Anforderungen zur Lärmreduzierung der Fahrzeuge gestellt werden können. Sie schreibt: „Die Aufgabenträger können bei der Vergabe der öffentlichen Dienstleistungsaufträge im SPNV auch Anforderungen an die Lärmreduzierung des Rollmaterials definieren. Die Festlegung des Auftragsgegenstands in der Leistungsbeschreibung richtet sich nach den Maßgaben des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB), die technischen Anforderungen an Rollmaterial nach den dafür geltenden technischen Vorschriften.“

MdL Patrick Rapp (CDU) fragt die Landesregierung in einer erneuten Anfrage (Landtag) u.a., wie sie sich zum Forderungskatalog der Bürgermeister von Bad Krozingen, Münstertal und Staufen vom April 2016 stellt, wo diese u.a. verlangen, dass bei den Ausschreibungen für den Übergangsvertrag technische Vorschriften zur Minderung des Lärmausstoßes gemacht werden. Ferner fragt Rapp nach dem Stand des Vergabeverfahrens für den Übergangsverkehrsvertrag (ab Juli 2016) und Verkehrsvertrag (ab 2019) für die Münstertalbahn, ebenso für den Ost-West-Teil der Breisgau-S-Bahn.

Tobias Harms ist der neue technische Vorstand der SWEG. Der 43-Jährige trat seine neue Stelle am 1. Juni 2016 an und verantwortet die Unternehmensbereiche Technik und Eisenbahnbetrieb. Harms folgt auf Dr.-Ing. Walter Gerstner, der mit Erreichen des 63. Lebensjahres aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. SWEG-Vorstandssprecher bleibt unverändert Johannes Müller. Ob mit dem personellen Wechsel auch der Kommunikationsstopp der SWEG in Richtung Bürgerinitiativen an der Münstertalbahn aufgehoben wird, bleibt abzuwarten. Zum Erreichen einer dauerhaften Problemlösung wäre dies aus Sicht der B.I.M. zielführend.

Mai 2016

Vom 3. bis 12. Mai ist dauerhaft ein einteiliger Dieseltriebwagen (RS1 – Drei-Löwen-Takt) für einen Talent 2 (ET 150) im Einsatz. Der außer Betrieb genommene Talent 2 war bis einschließlich 12. Mai überwiegend in Münstertal abgestellt. Seitens der SWEG sind bislang keine Informationen zu den Ursachen der Außer-Betriebnahme zu erhalten.

In der grün-schwarzen Landesregierung wird es in der neuen Legislaturperiode keine Lärmschutzbeauftragte im Rang einer Staatssekretärin mehr geben. Offenbar fällt der Staatsekretärs-Posten im Verkehrsministerium ganz weg.

Mittwoch, 4. Mai, 9 Uhr in der Riegeler Römerhalle: Erörterungstermin für den Planfeststellungs-Abschnitt Nord zwischen Riegel-Malterdingen und Endingen

April 2016

Die Bürgermeister der drei betroffenen Gemeinden Münsterstal, Staufen und Bad Krozingen schreiben am 28. April erneut an die noch amtierende Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung, Dr. Gisela Splett, im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur. Ziel des Schreibens: Lärmmindernde Ausschreibekriterien im Lastenheft des Übergangsvertrags für die Münstertalbahn bis 2019 und im zukünftigen Verkehrsvertrag ab 2019.

Am 12. April treffen sich Staufens Bürgermeister Benitz und das B.I.M.-Sprecher-Team. Die weitere Vorgehensweise auf landespolitischer Ebene wird abgesteckt.

PRESSEERKLÄRUNG

Endingen, Waldkirch, Staufen, den 10. April 2016

Alle Bürgerinitiativen an der Breisgau-S-Bahn schreiben gemeinsam an Grüne und CDU.
Die vier Bürgerinitiativen im Bereich der Breisgau-S-Bahn (BSB) haben der künftigen Regierungskoalition im Land ihre dringendsten Wünsche für den künftigen Schienen-Personennahverkehr (SPNV) übermittelt: Begrenzung des Lärms auf der gesamten Breisgau-S-Bahn und den vergleichbaren Linien im Land sowie einen stärkeren Einsatz, die Gesetzeslücken auf Bundes- wie europäischer Ebene hinsichtlich der Lärmentwicklung von Zügen in Kurven zu schließen. Diese Kernforderungen sollen in den künftigen Koalitionsvertrag Eingang finden. Sie sind daher an die Verhandlungsführer der Verhandlungsgruppe Verkehrspolitik, d.h. Minister Winfried Hermann (Grüne) und den Bundestagsabgeordneten Steffen Bilger (CDU) gerichtet, an die Fraktionsvorsitzenden Edith Sitzmann (Grüne) und Guido Wolf (CDU) sowie an die Landtagsmitglieder von Grünen und CDU im Bereich der BSB: Bärbl Mielich, Martina Braun, Alexander Schoch und Reinhold Pix (Grüne), Patrick Rapp und Karl Rombach (CDU), ferner an die verkehrspolitischen Sprecher beider Fraktionen und Umweltminister Franz Untersteller (Grüne).

Unterzeichnet haben die Eingabe die jeweiligen SprecherInnen der Elztalbahn-Bürgerinitiative, der Bürgerinitiative Kaiserstuhlbahn, der Bürgerinitiative Münstertalbahn und der Interessengemeinschaft Staufen 2020.

Gemeinsam betonen die Bürgerinitiativen, daß sie beim Ausbau und der Modernisierung des SPNV in den Netzen 9a und 9b im Land, d.h. zwischen Kaiserstuhl, Münstertal und Schwarzwald stärkere Anstrengungen zur Minderung des Bahnlärms fordern, damit z.B. Elektrozüge nicht mehr Lärm verusachen als vorher die Dieseltriebwagen. Dazu sollen bei den anstehenden Streckenausschreibungen im Fahrzeuglastenheft Begrenzungen zu Lärmemissionen vorgeschrieben werden, die über die TSI Noise hinausgehen und dazu nachweislich emissionsärmere Konstruktionsmerkmale (z.B. radial einstellbare Radsätze oder Spurkranzschmieranlagen an allen Drehgestellen). Auch der Abstell-Lärm soll verringert werden, z.B. durch lärmreduzierte Lüfteraggregate und Bremsanlagen. Falls dazu Neuzulassungen notwendig werden, soll das Land bei den Herstellern darauf dringen, diese zeitnah vorzunehmen.

Ferner soll sich die künftige Landesregierung über den Bundesrat verstärkt dafür einsetzen, die Gesetzeslücken auf Bundes- wie europäischer Ebene hinsichtlich der Lärmentwicklung von Zügen in Kurven zu schließen.

Bürgerinitiative Kaiserstuhlbahn (www.bi-kaiserstuhlbahn.de)
Elztalbahn-Bürgerinitiative (www.elztalbahn-buergerinitiative.de)
Bürger Initiative Münstertalbahn (www.bimuenstertalbahn.de)
Interessengemeinschaft Staufen 2020 (team@ig2020-staufen.de)

März 2016

Die Antworten der Lärmschutzbeauftragten Dr. Splett vom 17. März 2016 auf erneute Fragen der B.I.M. sind größtenteils nicht nachvollziehbar. Z.B. zum Verschleiß erklärt sie unter Berufung auf die SWEG, beim fast zweijährigen Betrieb habe es keinen erhöhten Verschleiß an Schienen und Fahrzeug gegeben. Tatsächlich muss der Verkehr auf der Münstertalbahn vom 29. März bis 2. April bereits wieder wegen Gleisbauarbeiten unterbrochen werden: BZ
Auch waren stationäre Schmieranlagen in Kurven vor dem Einsatz des Talent 2 nicht erforderlich. Ebensowenig das Schleifen der Gleise, die in kürzester Zeit durch den Einsatz der Talent 2 aufgeraut wurden.
Erfreulich hingegen ist der Einsatz von Dr. Splett für die Wiederaufnahme der Kommunikation der SWEG in Richtung der Bürgerinitiativen. Die SWEG hatte die Kommunikation mit den BIn bekanntlich im Frühjahr 2015 eingestellt.

Norman Schuster (FDP-Landtagskandidat Emmendingen) fordert die Ausschreibung von geeignetem Fahrzeugmaterial für die Breisgau-S-Bahn: BI-Kaiserstuhlbahn

 Februar 2016

Auch im Februar ersetzt der einteilige RS1 D-Triebwagen in Hauptverkehrszeiten an mindestens zwei Tagen in der Woche einen dreiteiligen TALENT 2.

Der B.I.M.-Info-Flyer mit den Standpunkten der Kandidaten im Breisgau (der im Landtags bereits vertretenen Parteien) für die Landtagswahl am 13. März findet sich hier.

Hier finden sich die Antworten der Landtagskandidaten auf die B.I.M.-Wahlprüfsteine im Wortlaut: CDU (Dr. Patrick Rapp), FDP (Vincenz Wissler), Grüne (Bärbel Mielich, SPD (Dr. Birte Könnecke).

Hier finden sich die Antworten des Landes auf den Antrag (DRS 15/7982) von MdL Dr. Patrick Rapp zum Lärm auf der Münstertalbahn.

“Informieren – bevor es zu spät ist” – war das Motto der Podiumsdiskussion zur Elektrifizierung der Kaiserstuhlbahn am 23. Februar in Endingen. Die Bürgerinitiative Kaiserstuhlbahn (B.I.K.) hatte die Landtagsabgeordneten Sabine Wölfle (SPD), Alexander Schoch (Grüne) und Marcel Schwehr (CDU) sowie den Landtagskandidaten Norman Schuster (FDP) und Vertreter der B.I.M. eingeladen. Rund 120 Interessierte waren gekommen. Dieser BZ-Bericht fasst die wesentlichen Erkenntnisse gut zusammen

Pressemitteilung der B.I.M. vom 17. Februar

Landes-Vorgaben zur Lärmminderung für Breisgau-S-Bahn unzureichend!
Leider sieht das Land in den aktuellen Ausschreibungen für das Netz 9a keine entscheidenden Verbesserungen zur Lärmminderung vor. Dies macht nach Einschätzung der Bürger Initiaitve Münstertalbahn (B.I.M.) die Antwort des Landes auf eine erneute Anfrage (DRS 15/7982) des CDU-Abgeordneten Dr. Patrick Rapp deutlich. So werden im Lastenheft zwar Spurkranzschmieranlagen, aber nur an den Jakobstriebdrehgestellen gefordert, während das im Auftrag des ZRF 2014 für die Münstertalbahn erstellte Gutachten als zweitbeste Lösung Schmieranlagen an allen Jakobsdrehgestellen empfiehlt, um die Kurvenproblematik (Verschleiß und Lärm) zu lindern. Die Talent 2-Züge auf der Münstertalbahn haben Jakobsdrehgestelle nur als Laufdrehgestelle. Auch die laut Gutachter beste Lösung, d.h. für kurvenreiche Strecken radial einstellbare Radsätze einzufordern, erscheint bei den aktuellen Neuausschreibungen nicht auf der Agenda des Landes.
Konkret möchte das Land zur Problemlösung auf der Münstertalbahn, deren Verkehrsvertrag bereits 2016 ausläuft, offensichtlich nichts weiter tun: Kurzfristig seien keine Elektro-Fahrzeuge ohne Jakobsdrehgestell verfügbar und die Nachrüstung einer Spurkranzschmierung sei zum Vertragsbeginn Mitte 2016 nicht umsetzbar. B.I.M.-Sprecher Christian Hausmann macht deutlich: „Hätte sich das Land nach Vorliegen der gutachterlichen Erkenntnisse im Herbst 2014 um eine nachhaltige Lösung bemüht, so wären entscheidende Verbesserungen bereits im Übergangsvertrag von 2016-2019 möglich.“ B.I.M. setzt daher zunächst weiter auf Lärmminderung durch verstärkten Einsatz des leiseren Reservefahrzeugs RS1 in Randzeiten und Langsamfahrstellen- und zeiten. Ebenso setzt sich B.I.M. nach wie vor für den Test von Elektro-Fahrzeugen ganz ohne Jakobsdrehgestell als zukünftiges Reservefahrzeug ein. Z.B. den Typ Stadler GTW, der bereits in nächster Nähe auf der S-Bahn Schaffhausen fährt. Denn so B.I.M.-Sprecherin Ilga Richter: „Der schon heute häufige Einsatz des D-Reservefahrzeugs auf unserer elektrifizierten Strecke ist zwar – sicher auch wegen der Radreifen anstelle der Stahlvollräder der Talent 2 und der geringeren Achslasten – eine spürbare Entlastung beim Rollgeräusch, aber wenig fortschrittlich.“
Spätestens bei der Ausschreibung von Netz 9b soll das Land aus Sicht der B.I.M. die richtigen Schlüsse aus den gutachterlichen Erkenntnissen an der Münstertalbahn ziehen, die vom ZRF als „Referenzstrecke der Probleme“ bezeichnet wurde.
Zu Netz 9a (Breisgau-S-Bahn Ost-West) gehören die Linien Breisach-Freiburg-Titisee-Donaueschingen-Villingen sowie Titisee-Seebrugg und Gottenheim-Riegel-Endingen. Netz 9b (sog. „Freiburger Y“) umfaßt die Münstertalbahn, ferner die übrige Kaiserstuhlbahn und die Elztalbahn.
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In der Nacht vom 16./17. Februar, d.h. kurz vor dem Besuch von MP Kretschmann in Staufen, führt die SWEG Schweißarbeiten an den Schienen in der „Wettelbrunner Kurve“ und weiteren Streckenteilen durch. Wie erinnerlich, wurden auch kurz vor dem Besuch der Lärmschutzbeauftragten, Staatssekretärin Gisela Splett am 9. September, die Gleise durch Nachschleifen und Schmieren auf Vordermann gebracht.

 

Pressemitteilung der B.I.M. vom 01. Februar

Lärmproblematik der Münstertalbahn auf Agenda der Landtagskandidaten

Wie hältst Du’s mit der Münstertalbahn? Und dem Lärm auf derselben?

Diese Gretchenfrage stellte die Bürger Initiative Münstertalbahn (B.I.M.) den Kandidaten im Breisgau für die Landtagswahl am 13. März: den „Etablierten“, also bereits im Landtag vertretenen Dr. Patrick Rapp (CDU) und Bärbl Mielich (Grüne), ferner Dr. Birte Könnecke (SPD), die dem ausscheidenden Christoph Bayer nachfolgen möchte, und Vincenz Wissler, Kandidat der FDP. Ziel ist, Haltung und Einsatz der Landespolitiker zur Lärmproblematik auf der Münstertalbahn transparent zu machen und so den Wählern in diesen Punkten Entscheidungskriterien an die Hand zu geben.

Die Fragen der B.I.M. betreffen die gutachterlich bestätigten Lärmprobleme der neuen Talent 2- Züge mit Jakobsdrehgestell und die abgestuften Möglichkeiten einer Besserung: Ersatz der Talent 2 durch geeignetere Züge z.B. mittels der Neu-Ausschreibung des 2016 auslaufenden Verkehrsvertrags zwischen Land und SWEG, Einsatz des leiseren jetzigen oder eines anderen geeigneten Reservefahrzeugs nachts und frühmorgens, Einbau von Spurkranzschmieranlagen auch an den Jakobsdrehgestellen der Talent 2, Tempolimits an den neuralgischen Stellen, verbesserte Wartung der vorhandenen Schienenkopfschmieranlagen, Test alternativer Schienenschmiersysteme.
Landespolitisch fragte B.I.M., ob die Kosten für den höheren Verschleiß an Schienen und Rädern und die deshalb aufwendigere Wartung transparent ausgewiesen werden sollten, um sie evtl. höheren Kosten geeigneteren Zugmaterials entgegenstellen zu können. Mit Blick auf den Bund und Europa wurde nach dem persönlichen Einsatz zur Schließung von Gesetzeslücken hinsichtlich des Lärmausstosses in Kurven gefragt.

Schließlich ging es um zwei konkrete Probleme in Bad Krozingen: die unzureichende Sicherung des Bahnübergangs beim Kinderspielplatz und die übermäßig laute Stahlbrücke.

Am knappsten antwortet Dr. Birte Könneke: Sie verspricht generell, sich für Verbesserungen einzusetzen, will sich jedoch nicht an einem Wettbewerb der Versprechnungen beteiligen.

Bärbl Mielich verweist auf ihren beharrlichen Einsatz für die Lärmminderung, auch gegenüber dem Ministerium für Verkehr und Infrastruktur, dessen Staatssekretärin, die Lärmschutzbeauftragte Dr. Splett, sie zu einem Besuch in Staufen bewogen habe. In der Folge sei ein Vorschlag der B.I.M., die Züge in den Nachtstunden stellenweise langsamer fahren zu lassen und den Fahrplan entsprechend anzupassen, umgesetzt worden. Den Einsatz anderer Züge hält sie zumindest kurzfristig für unmöglich, vor allem aus Haushaltsgründen. Zur Idee, konstruktive Maßnahmen zur Verringerung der Lärmentwicklung der Züge bei den Neuausschreibungen ins Lastenheft aufzunehmen, sagt Mielich nichts. Vom gutachterlich festgestellten erhöhten Verschleiß weiß sie nichts, will sich jedoch um Transparenz bemühen. Die Schließung von Gesetzeslücken hinsichtlich Lärm-Grenzwerten auch bei Kurvenfahrt hält Mielich für notwendig und will sich dafür stark machen.

Dr. Patrick Rapp antwortet am präzisesten und detailreichsten. Dies fällt ihm nicht schwer, da er sich mehrfach im Landtag durch Anfragen an die Regierung bemüht hat, die Möglichkeiten eines Austauschs des Zugmaterials im laufenden oder neu abzuschließenden Verkehrsvertrag zu erkunden, sowie generell Vorgaben für die Lärmminderung im Lastenheft z.B. durch Ausschluss von starren Jakobsdrehgestellen vorzusehen. Oder im Rahmen des Übergangsvertrags den Einsatz eines kleineren und leiseren Reservefahrzeugs in den Nachtstunden festzuschreiben. Auch nach weiteren möglichen Vorgaben im Übergangsvertrag hat er gefragt, z.B. Nachrüstung von Spurkranzschmierungen. Schleifen und Schmieren hält er für Übergangsmaßnahmen, diese müssten aber einstweilen konsequent umgesetzt werden. Schließlich will auch er sich für eine Schließung der Gesetzeslücken einsetzen, die derzeit noch keine Grenzwerte für Lärm in Schienenkurven kennen. Die Wiederaufnahme des von der SWEG abgebrochenen Dialogs mit den Bürgerinitiativen hält Rapp für wichtig. Hinsichtlich der Bad Krozinger Sonderprobleme – Bahnübergang beim Kinderspielplatz und Dröhnen der „Biengener Stahlbrücke“ – plädiert er für ein gemeinsames Vorgehen der Stadt Bad Krozingen, SWEG, ZRF und Bürgern.

FDP-Kandidat Vincenz Wissler geht die Fragen so an: Die alten Regio-Shuttle hält er für besonders laut – das Hecht-Gutachten hat indessen doppelte Lautstärke der Talent 2 in den Kurven festgestellt. Am liebsten würde er das Problem durch Streckung der Kurven lösen: Bei größeren Kurvenradien würden die Jakobsdrehgestelle nicht mehr stören. Den Einsatz des (jetzt doch leiseren) Ersatzfahrzeugs RS 1 in Nachzeiten hält er für einen Schritt in die richtige Richtung, andererseits möchte er es wegen seiner geringen Kapazität durch einen Talent 2 ersetzt sehen. Die Landtags-FDP setzt sich durch ihren verkehrspolitischen Sprecher Jochen Haussmann bereits beharrlich und mit hoher Sachkenntnis ähnlich wie Rapp für eine leisere Münstertalbahn ein.

Auch Wissler will Transparenz bei den jetzigen hohen Kosten durch Verschleiß und Wartung, ferner Begrenzungen zur Lärmemission in den Lastenheften bei Ausschreibungen. Er erhofft sich dadurch Druck auf die Hersteller, bessere, d.h. leisere Züge zu bauen. Die Schmieranlagen müßten jederzeit tadellos funktionieren. Einer Verbesserung der gesetzlichen Vorschriften gegen Lärm in den Kurven stimmt Wissler zu und verweist auf Bemühungen von FDP-Bundestagsabgeordneten in der Parlamentsgruppe Bahnlärm. Schließlich plädiert auch er für eine Wiederaufnahme des von der SWEG abgebrochenen Dialogs mit den Bürgerinitiativen.

 

Januar 2016

Am 21. Januar stellt Dr. Patrick Rapp (CDU) einen Antrag  zum Lärm auf der Münstertalbahn an die Landesregierung.

B.I.M. tauscht sich am 20.1. mit ZRF-Geschäftsführer Wisser vor Ort in Staufen über den aktuellen Sachstand und die weitere Vorgehensweise aus. U.a. geht es um Nachbesserungen am Fahrplan, um noch häufiger Lärmminderung durch Langsamfahren zu erzielen.

Die SWEG lässt in der zweiten Januarwoche Nachrüstungen an den vier stationären Schmieranlagen, die bekanntlich nicht verlässlich funktionieren, durchführen. Dies soll insbesondere dem anhaltenden Verschleiß Einhalt gebieten.

Die Modernisierung der Münstertalbahn ist Thema eines Projekts am Walter-Eucken Gymnasium. B.I.M. steht am 13.1. für ein Experten-Gespräch zur Verfügung.

Dezember 2015

Der aktuelle Sachstand zur Münstertalbahn findet sich hier. PDF

Am 27. Dezember eröffnet das Land Baden-Württemberg das Vergabeverfahren für das sog. Freiburger Y. Dieses umfasst Elztalbahn, Kaiserstuhlbahn und Münstertalbahn. Die Inbetriebnahme soll sich von 2018 auf Dezember 2019 verschieben. Lt. Vergabekalender des Landes  läuft der Verkehrsvertrag der Münstertalbahn aber bereits 2016 aus.

B.I.M. übersendet am 22. Dezember die sog. Wahlprüfsteine an die Kandidaten der im Landtag vertretenen Parteien.

Die Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung antwortet B.I.M. und IG2020 am 22. Dezember auf das Schreiben vom 27. Oktober (Themen u.a.: Kommunikation mit der SWEG, Vergabeverfahren Münstertalbahn).

Die SWEG teilt in einer Verlautbarung mit, dass der technische Vorstand, Dr. Gerstner, das Unternehmen zum 31. Mai 2016 verlassen wird.

Jüngste vom Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) beauftragte Untersuchungen bestätigen, dass der Einbau von besohlten Schwellen eine Zunahme des Lärms zwischen 2 und 4 dB(A) gegenüber herkömmlichen Betonschwellen bewirken kann, bei aufgerauten Schienen bis zu 10 dB(A). Diese Problematik liegt aus Sicht der B.I.M. auch in Staufen zwischen Bahnhof und Bahnhof Süd (ca. 1 km incl. Wettelbrunner Kurve) vor (siehe auch Zuckriegl-Gutachten der SWEG aus dem Jahr 2011).

Ein kleiner Fortschritt in Sachen Lärmreduzierung an der Münstertalbahn und mögliche weitere Schritte waren am 16.12. in Stuttgart Themen bei einem Termin der B.I.M.-Sprecher mit MdL Nicole Razavi, der Vorsitzenden des Arbeitskreises Verkehr und Infrastruktur der CDU-Fraktion im Landtag. Auch Patrick Rapp, MdL für den Wahlkreis Breisgau, der den Termin vereinbart hatte, nahm an dem Gedankenaustausch teil. Ein weiteres Gespräch mit MdL Jochen Haussmann (FDP) kreiste um die teils unvollständigen, teils abwehrenden Auskünfte des Verkehrsministeriums (MVI) auf seine und andere parlamentarische Anfragen zum Zuglärm auf der Münstertalbahn. Tatsächlich sieht der neue Winterfahrplan (seit 13.12.) für einige Züge nachts und frühmorgens von Bad Krozingen nach Münstertal um eine Minute längere Fahrtzeiten vor, was in langsameres und damit leiseres Fahren der Triebwagen an einigen Problemstellen umgesetzt werden soll. Nach Einschätzung von B.I.M. wäre dies aber bei mindestens 12 weiteren Zügen möglich.
Ferner wurde der Status des bis 2016 laufenden Verkehrsvertrags für die Münstertalbahn und eines evtl. daran anschließenden Übergangsvertrags unter dem Gesichtspunkt einer möglichen Abänderung erörtert. Eine solche Anpassung könnte z.B. den Einsatz eines kleineren und leiseren Ersatzfahrzeugs nachts und am frühen Morgen erlauben und bei lauten Fahrzeugen Tempolimits in sensiblen Zeiten vorschreiben.
Beim Verkehrsvertrag ab 2017 interessiert, ob das Land hier bereits den Anbietern von Verkehren lärmmindernde Konstruktionsmerkmale an den zum Einsatz kommenden Zügen vorschreiben will. Bisher weicht die Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung konkreten Informationen hierzu aus.
Die B.I.M.-Vertreter berichteten, dass die SWEG mit Bombardier bereits einen Rahmenvertrag über 90 (+40) weitere Fahrzeuge abgeschlossen hat, was bedeuten könnte, dass sie auch am Kaiserstuhl, sollte sie dort Streckenauschreibungen gewinnen, völlig unbeeindruckt durch die Kurven zu lärmen gedenkt. Das Land, so legten sie nahe, das diese Züge vermutlich vorfinanzieren müsse, habe hier ein Druckmittel in der Hand, wenn es zukünftig vermeiden will, dass mit Neufahrzeugen erhöhter Lärm in Wohngebiete gefahren wird.

Am 3. Dezember antwortet die Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung den Bürgermeistern der drei betroffenen Gemeinden und teilt u.a. mit, sie habe in Sachen Änderung der gesetzlichen Vorgaben und der einzuhaltenden Grenzwerte für die künftige Berücksichtigung des Fahrgeräusches in Kurven bereits an die Europäische Kommission geschrieben.

Aufgrund von täglich mit SWEG-Mitarbeitern geführten Telefonaten gelingt es einem Streckenanwohner, dass das Kurvenkreischen nach ca. 2,5 Wochen vorerst in der Wettelbrunner Kurve in Staufen wieder unterbunden wird. Das im Vergleich zum RS1 höhere Rollgeräusch (u.a. ist der Zug früher und länger hörbar) sowie das häufige Klopfen/Schlagen der Räder auf der gesamten Strecke bleibt bestehen.

November 2015

Auch im November ersetzt der einteilige RS1 D-Triebwagen in Hauptverkehrszeiten (zum Teil ganztägig) an mindestens zwei Tagen in der Woche einen dreiteiligen TALENT 2. Das innerörtliche Kurvenkreischen und das Schlagen der Räder des TALENT 2 hat seit 14.11. wieder massiv zugenommen und liegt auf demselben Niveau wie vor dem Einbau der stationären Schmieranlagen.

Die Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung, Dr. Gisela Splett, antwortet den BIn am 24.11. auf ihren umfangreichen Fragenkatalog von Ende August. Hinsichtlich der die Lärmentwicklung betreffenden Ausschreibekriterien bei den anstehenden bzw. laufenden Streckenvergaben bleibt sie weiterhin vage. Bezüglich der Anpassung des Verkehrsvertrags zwischen MVI und SWEG und Fragen zur Regelungslücke greift die Staatssekretärin auf bereits bekannt Formulierungen zurück. Fragen zur Erweiterung des Betriebswerks Staufen bleiben mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren unbeantwortet.

Da die Lärmproblematik an der modernisierten Münstertalbahn Regelungslücken u.a. auf der Bundesebene aufdeckt, informieren die B.I.M.-Sprecher am 16.11. den Bundestagsabgeordneten Armin Schuster (CDU), der sich bereits bei der Rheintalbahn erfolgreich für neue Standards des Bundes eingesetzt hat, ebenso wie MdL Dr. Patrick Rapp (CDU), der die Problematik Münstertalbahn bereits auf Landesebene thematisiert. MdB Schuster, der Mitglied in der Parlamentsgruppe Bahnlärm ist, sagt B.I.M. Unterstützung in Richtung Bundesverkehrsminsterium zu.

Die Antworten des MVI zur kleinen Anfrage von MdL Dr. Rapp liegen seit 16.11. vor.

B.I.M. tauscht am 11.11. in Berlin mit Prof. Hecht aktuelle Informationen zu den Ergebnissen der Schienen-Kosmetik, alternativem Fahrzeug-Material und möglicher Ausschreibungskriterien bei Streckenvergaben aus.

Am 11.11. tagt der Ausschuss für Verkehr und Infrastruktur in Stuttgart und behandelt unter TOP 6 die Drucksache 15/7177 „Veränderungen von Lärmemissionen und Verschleiß durch geändertes Fahrzeugmaterial auf kurvenreichen Strecken im Schienenpersonennahverkehr“.

B.I.M. nimmt am 11.11. in Berlin am Parlamentarischen Abend zum Bahnlärm teil. Die anwesenden MdB´s der Fraktionen SPD, GRÜNE und LINKE zeigen sich interessiert an der Lärmproblematik, die beim modernisierten ÖPNV u.a. aufgrund von Regelungslücken entstehen konnte. Bekanntlich gab es die Lärmproblematik mit bis zu 95 dB(A) Rollgeräusch in engen Kurven beim Betrieb mit Triebwagen ohne Jakobsdrehgestelle vor der Elektrifizierung der Münstertalbahn nicht.

Die verkehrspolitische Sprecherin der Landes-CDU, Nicole Razavi, stellt am 10.11. einen Antrag  mit Fragen zu Kompetenzüberschreitungen des Aufsichtsratsvorsitzenden des landeseigenen Verkehrsbetriebs SWEG.

Am 9.11. informiert sich die SPD-Landtags-Kandidatin, Dr. Birte Könnecke, bei B.I.M. in Staufen zur Problematik der modernisierten Münstertalbahn.

Oktober 2015

Im Oktober ersetzt der einteilige RS1 D-Triebwagen auch in Hauptverkehrszeiten an mindestens zwei Tagen in der Woche einen dreiteiligen TALENT 2. Die Räder des TALENT 2 klopfen – insbesondere die des ET 150.

Die SWEG schließt am 13.10. mit Bombardier eine Rahmenvereinbarung über 90 elektrische Triebzüge mit einer Option von weiteren 40 Triebzügen und dazugehörige Leistungen der Wartung und Instandhaltung.

Der für Oktober avisierte Erörterungstermin zum Ausbau des Betriebswerks in Staufen, findet nicht statt.

Die Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung, Dr. Gisela Splett, antwortet B.I.M. und IG2020 am 26.10. sowie diversen Bürgern mit nahezu gleichlautenden Schreiben. Einen umfangreichen Fragenkatalog der BIen von Ende August 2015 hat sie leider bisher nicht beantwortet.

MdL Dr. Patrick Rapp (CDU) stellt am 22.10. eine kleine Anfrage an die Landesregierung mit Fragen zum Schienenlärm an der Münstertalbahn, u.a. zu alternativem Fahrzeugmaterial.

Die Problematik der Schwellenbesohlungen wurde, was weithin unbekannt ist, auch für die Münstertalbahn (für den innerörtlichen Bereich zwischen Bahnhof Staufen und Staufen Süd), im Auftrag der SWEG untersucht. Das sog. Zuckriegl-Gutachten aus dem Jahr 2011 bescheinigt, dass durch den Tausch in besohlte Betonschwellen die Erschütterungsimmisionen um ca. 40 % angestiegen sind. Im höherfrequenten Bereich, der für die Geräusche durch Körperschallabstrahlung maßgeblich ist, beträgt die Zunahme ca. 5 dB.
Diese Ergebnisse decken sich mit jüngst veröffentlichten umfangreichen Analysen zur Wirkung von Schwellenbesohlung, die die Fa. PROSE im Auftrag des Schweizer Bundesamtes für Umwelt (BAFU) erstellt hat, mit der die Wirkung von Schwellenbesohlung auf die Höhe des Schienenverkehrslärms untersucht wurde. Anhand von Lärmemissionsmessungen auf vier verschiedenen SBB-Referenzstrecken mit und ohne Schwellenbesohlung konnte nachgewiesen werden, dass steife wie auch weiche Schwellenbesohlungen zu einer Lärmzunahme (!) gegenüber dem Standardoberbau der Schweizerischen Bundesbahnen SBB mit unbesohlter Betonschwelle und harter Zwischenlage führen. Link

Die drei Bürgermeister nehmen sich der zwischen B.I.M. und Bürgermeister Benitz am 29.09. erörterten Themen an und schreiben am 14.10. erneut an die Lärmschutzbeauftragte des Landes, Staatssekretärin Dr. Gisela Splett.

September 2015

Im September ersetzt der einteilige D-Triebwagen drei Wochen lang (14.9. – 2.10.) montags bis freitags auch in Hauptverkehrszeiten einen dreiteiligen TALENT 2. Das Kurvenkreischen tritt seit Mitte September wieder verstärkt auf – ebenso das Klopfen der Räder.

Eine Bewertung des Besuchs von Staatssekretärin Dr. Splett am 9.9. in Staufen nahmen B.I.M. und Bürgermeister Benitz bei einem Gespräch am 29.9. im Rathaus vor. Ferner wurden Möglichkeiten erörtert, die Themen, bei denen Fortschritte zu erkennen waren, weiter zu verfolgen:

  • Fahrzeugalternativen (Anforderungs- bzw. Ausschlusskriterien)
  • Möglichkeiten einer Steuerung der Zugauswahl über die Streckenausschreibungen (u.a. Münstertalbahn) und Definition von   objektivierbaren Kriterien als Entscheidungsgrundlage (Tests oder Konstruktionsmerkmale?)
  • Test einer alternativen Schmieranlage (vom Hersteller ELPA kostenfrei angeboten)
  • Anpassung des Fahrplans in Stundentakt-Zeiten, um Luft für eine Geschwindigkeitsbegrenzung an den kritischen Streckenabschnitten zu schaffen, unter Beteiligung nicht nur von NVBW und SWEG, sondern auch der drei Gemeinden und beider Bürgerinitiativen
  • Information über die Beteiligung des Landes an den von den BIn angesprochenen Initiativen anderer Bundesländer (Rheinland-Pfalz, Hessen und NRW) zur Schließung der Regelungslücken bei der Lärmentwicklung in Kurven bzw. „Novellierung der Verkehrslärmschutzverordnung“ (Vorstoß von NRW)

Seit Mitte September veröffentlicht die SWEG auf der ihrer Website FAQ als sog. „Standpunkte Münstertalbahn“. Diese müssen indessen sehr kritisch gelesen werden.
FAQ SWEG mit Anmerkungen der BIen 20.10.2015

Pressemitteilung
von B.I.M. und IG2020 zum Besuch der Staatssekretärin und Lärmschutzbeauftragen der Landesregierung, Dr. Gisela Splett, am 9. September in Staufen.

August 2015

Die Stellungnahme des MVI zum Antrag von MdL Jochen Haußmann (FDP) an die Landesregierung mit Fragen zu „Veränderungen von Lärmemissionen und Verschleiß durch geändertes Fahrzeugmaterial auf kurvenreichen Strecken im Schienenpersonennahverkehr“ liegt inzwischen vor: Parlamentsdokumentation

Nach einer Mitteilung der SWEG auf ihrer Website sollen in den Nächten von Samstag, 30.08.2015 bis einschließlich Donnerstag, 03.09.2015 auf den Streckenabschnitten Bad Krozingen Bahnhof – Bad Krozingen Ost und Staufen – Münstertal jeweils von 0.30 Uhr – 4.30 Uhr Schleifarbeiten an den Schienen stattfinden. Zum technischen Charakter dieses erneuten Schleifens (vgl. erste Schleifaktion im Mai d.J.) ist seitens der SWEG zu hören, dass es sich dabei um Nachbesserungsarbeiten in Folge der im Mai unvollständig durchgeführten Schleifaktion handeln soll (Entfernung der Riffel und Reprofilierung).

Da der Termin mit MdB Armin Schuster (CDU) kurzfristig verschoben werden musste, haben B.I.M. und IG2020 am 18.08. erneut mit MdL Dr. Patrick Rapp (CDU) gesprochen und mögliche Schritte auf Landesebene erörtert. Ein weiterer Austausch über die jeweiligen Aktivitäten wurde vereinbart.

Aus dem Rathaus Staufen ist zu hören, dass der Fragenkatalog, den die Bürgermeister Ende Juli an die SWEG gesandt haben, zugänglich gemacht werden soll, wenn die SWEG die Fragen beantwortet hat, was zum Ende der Sommerpause erwartet wird.

Am 7. August informieren B.I.M. und IG2020 auf Einladung von Endinger Bürgern in Endingen Bürger, Gemeinderäte und die stellv. Bürgermeisterin und Kreisrätin Stumpf-Maroska über die Lärm- und Erschütterungsproblematik an der elektrifizierten Münstertalbahn. Im Rahmen dieser “Bürger infomieren Bürger”-Veranstaltung entsteht eine lebhafte und sachliche Diskussion über die Thematik. Die Einwendungsfrist im Planfeststellungsverfahren der Kaiserstuhlbahn für den Bereich Endingen wurde wegen eines fehlenden Schallgutachtens auf 31.August verlängert. Die Planfeststellungsunterlagen (incl. Fachgutachten zu Schall und Erschütterungen) sind auch online verfügbar.

Juli 2015

… 15. & 16. Juli 2015 – Beide Talent 2 außer Betrieb – Münstertalbahn fuhr wieder komplett unter Diesel…

Auf der Gemeinderatssitzung am 29. Juli in Staufen war zu erfahren, dass es lt. Bürgermeister Benitz nicht möglich ist, die Münstertalbahn in den Lärmaktionsplan aufzunehmen, da keine Kartierung seitens der LUBW vorliegen würde und da man von städtischer Seite keine Handhabe zur Lärmreduzierung habe. Bürger in Bad Krozingen, die im Mai 2014 um Aufnahme in den dortigen Lärmaktionsplan gebeten hatten, haben von der Stadt Bad Krozingen dazu bislang keine Antwort erhalten. Das Büro der Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung, Dr. Splett, weist in einem Schreiben darauf hin, dass die Gemeinden ortsbekannte Lärmschwerpunkte auch über die zwingend zu kartierenden Gebiete hinaus, in ihre Lärmaktionspläne aufnehmen können.
In der GR-Sitzung war ebenfalls zu erfahren, dass die drei Gemeinden einen fünfseitigen Fragenkatalog an die SWEG gesandt haben. Ein Austausch mit den Bürgerinitiativen hat dazu nicht stattgefunden. Antworten seitens der SWEG werden bis nach der Sommerpause erwartet.

Neben zahlreichen Streckenanwohnern haben auch B.I.M. und IG2020 fristgerecht die Aufnahme der Münstertalbahn in den Lärmaktionsplan der Stadt Staufen angeregt.

MdL Jochen Haußmann (FDP) stellt einen Antrag  an die Landesregierung mit Fragen zu „Veränderungen von Lärmemissionen und Verschleiß durch geändertes Fahrzeugmaterial auf kurvenreichen Strecken im Schienenpersonennahverkehr“.

B.I.M. und IG2020 tauschen sich am 20.07. mit ZRF-Geschäftsführer Wisser vor Ort in Staufen über den aktuellen Sachstand aus.

Lt. informeller Auskunft waren beide Talent 2 am 15. und 16. Juli in Nürnberg. Die Frage nach dem Grund hierfür ist nach wie vor unbeantwortet, wie auch viele andere Fragen an die SWEG. Die Lärmsituation (und damit auch der Verschleiß an Rad und Schiene) an den innerörtlichen Kurven und an diversen Haltepunkten hat sich seither weiter verschlechtert.

Am 16. Juli schreibt die Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung den Bürgerinitiativen u.a., dass weder SWEG noch das Land finanzielle Mittel für den Test anderer Züge haben. Es würden jedoch im Rahmen des aktuellen Vergabeverfahrens für das Netz 9a (Breisgau Ost-West) mit den Verkehrsunternehmen lärmreduzierende Maßnahmen verhandelt. Nach einer Bewertung hinsichtlich Kosten und Wirkung werde das Land dann ggf. die Anforderungen an die Fahrzeuge bezüglich Lärmemissionen angepassen.

Am 15.07. fragen B.I.M. und IG2020 beim Technischen Vorstand der SWEG an, warum die Talent 2 nach Nürnberg gebracht worden sind und warum seit Wochen so häufig ein Dieselersatzfahrzeug fährt.

Anlässlich der Unterzeichnung des Finanzierungsvertrags für die Breisgau-S-Bahn 2020 am 13. Juli in Freiburg haben sich B.I.M. und IG2020 in einer Petition an Verkehrsminister Winfried Hermann gewandt.

Am 10. Juli informieren B.I.M. und IG2020 auf Einladung von Jechtinger Bürgern in Jechtingen Bürger, Ortschaftsräte und Ortsvorsteher Dr. Reinhard Morgenstern über die Lärm- und Erschütterungsproblematik an der elektrifizierten Münstertalbahn. Im Rahmen dieser „Bürger infomieren Bürger“-Veranstaltung entsteht eine lebhafte und sachliche Diskussion über die Thematik. Das Planfeststellungsverfahren der Kaiserstuhlbahn West befindet sich vom 7. Juli bis 6. August in der Offenlage. Die Planfeststellungsunterlagen (incl. Fachgutachten zu Schall und Erschütterungen) sind auch online  verfügbar.

B.I.M. hat im Interesse von Anwohnern und Fahrgästen beim Technischen Vorstand der SWEG angeregt, den Austausch der alten Rurtalbahn zu prüfen. Seit 6. Juli setzt die SWEG als Diesel-Ersatzfahrzeug wieder einen deutlich anwohner- und fahrgastfreundlicheren RS1 aus der SWEG-Flotte ein. Die Bürgerinitiativen B.I.M. und IG2020 begrüßen diese Entscheidung der SWEG. Da der Diesel in den vergangenen zwei Monaten sehr häufig im Einsatz war, schlagen die Bürgerinitiativen vor, als Ersatzfahrzeug ein kleines E-Fahrzeug ohne Jakobsdrehgestell und mit Radreifen zu testen. Dies könnte z.B. der elektrische GTW von Stadler sein, der auf der S-Bahn Schaffhausen bereits fährt

Seit 2. Juli fährt auch der ET151, der sich lt. SWEG-Informationen in der Badischen Zeitung  der gesetzlich vorgeschriebenen Großwartung unterziehen musste, wieder im regulären Fahrbetrieb. In der Zeit vom 18. Juni bis 1. Juli war er vorwiegend im Münstertal komplett vom Netz genommen abgestellt. Eine Großwartung war im Betriebswerk Staufen nicht erkennbar.

Juni 2015

Am 29. Juni findet der Fahrbetrieb auf der Münstertalbahn nachmittags ausschließlich in Dieseltraktion statt – u.a. mit zwei RS1 der SWEG. Warum die Rurtalbahn nicht dauerhaft durch einen SWEG-eigenen RS1 ersetzt werden kann, ist ungeklärt.

Seit ca. 7 Wochen (Anfang Mai) fährt nahezu täglich ein alter Dieseltriebwagen (RegioSprinter von Siemens / Rurtalbahn) als Ersatzfahrzeug – insbesondere seit Außerbetriebnahme eines Talent 2 (ET 151). Auf der geraden Strecke innerorts von Bad Krozingen wird er mit 85-90 db(A) gemessen und ist damit doppelt so laut wie das bisherige Diesel-Ersatzfahrzeug RS1 von Stadler; auch die Rurtalbahn verursacht starke Erschütterungen.

Am 23. Juni erhält die B.I.M. das Antwortschreiben der SWEG vom 13. Mai an Bürgermeister Kieber aus Bad Krozingen. Darin betont die SWEG die Freiwilligkeit der Maßnahmen Schleifen und Einbau von zwei weiteren Schmieranlagen. Eine zukünftige Wiederholung von Schleifarbeiten soll zustandsorientiert erfolgen. Verbesserungen der Lärmsituation an der Stahlbrücke Biengener Allee müssten von der Stadt Bad Krozingen finanziert werden. Eine Geschwindigkeitsreduzierung der Talent 2 wird seitens der SWEG grundsätzlich abgelehnt, da sowohl Fahrzeuge als auch Infrastruktur den anerkannten Regeln der Technik entsprächen. Daher ergäbe sich keine Einschränkung der Eignung der Talent 2 für den Betrieb auf der Münstertalbahn.

Am 22. Juni informieren sich die Landtagsabgeordnete der Grünen, Bärbel Mielich, Kreisrätin Dora Pfeifer-Suger und der Fraktionsvorsitzende der ULS Staufen Heinz Ladener bei B.I.M. und IG2020 über den aktuellen Sachstand nach dem Schleifen und Einbau der weiteren Schmieranlagen. Bärbel Mielich sagt den Bürgerinitiativen weitere Unterstützung zur Lösung der aktuellen Lärm- und Erschütterungsproblematik in Richtung MVI und SWEG zu.

Seit 18. Juni befindet sich einer der Talent 2 (ET 151) außer Betrieb. Es soll ein größerer Schaden an einer mittleren Achse (Jakobs-Drehgestell) vorliegen. Nachts wird er seitdem abwechselnd in Staufen (Werkstatt) und Münstertal abgestellt. Die Fahrten zwischen Staufen und Münstertal erfolgen ohne Zielangabe, ohne Stopp an den Haltepunkten und ohne Fahrgäste.

Am Abend des 15. Juni, so berichten Anwohner aus Bad Krozingen, habe es bei der Vorbeifahrt eines Talent zwei außergewöhnliche, laute und dumpfe Schläge gegeben, anschließend ein Zischen und Hämmern.

In KW 25 befährt ein Oberleitungsmeßwagen die Strecke der Münstertalbahn (insbesondere Bahnhof Süd in Staufen).

 

Presseerklärung der B.I.M. zur Kommunikationspolitik der SWEG

Eine erste Analyse der Rückmeldungen von Streckenanwohnern nach dem Schleifen von Teilabschnitten hat ergeben, dass sich die Lärm- und Erschütterungssituation insgesamt nicht verbessert, sondern an zahlreichen Standorten sogar extrem verschlechtert hat.  Talent nach dem Schleifen. Die Schmieranlage am Staufener Stadtsee war in den entscheidenden Tagen nach dem Schleifen außer Betrieb (Schmiermittel leer).
B.I.M. geht davon aus, dass die Talent 2 auf der Münstertalbahn in den Kurvenbereichen weiterhin vorzeitigen Verschleiß verursachen, denn das extreme Quietschen bedeutet jeweils Abrieb an Rad und Schiene. Dieser Verschleiß ist durch die Maßnahmen Schleifen & Schmieren offensichtlich nicht zu stoppen. Es ist daher dringend geboten, alternative E-Triebwagen (ohne Jakobsdrehgestell) zu testen, bevor die Gleise so geschädigt sind, dass jedes Fahrzeug mehr Lärm als nötig verursachen wird.
Die Annahme Einzelner, dass es sich beim alten Rurtalbahn – Dieseltriebwagen (RegioSprinter von Siemens) um ein Testfahrzeug handelt, ist falsch. Die Rurtalbahn ist das Ersatzfahrzeug (bisher ODEG vom Typ Regio Shuttle), das immer dann zum Einsatz kommt, wenn ein Talent 2-Triebwagen in der Werkstatt gewartet werden muss. Der erheblich leisere ODEG wird von der SWEG inzwischen aufgrund von Kapazitätsengpässen anderswo eingesetzt. Die von den Bürgerinitiativen geforderten Testfahrten mit alternativen E-Triebwagenmodellen ohne das problematische Jakobs-Drehgestell haben leider noch nicht stattgefunden. B.I.M. ist auch diesbezüglich weiterhin in Kontakt mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg, Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern, dem ZRF sowie der SWEG. Letztere möchte jedoch nur noch „sehr restriktiv“ mit Bürgern und Bürgerinitiativen kommunizieren, was B.I.M. sehr bedauert, denn das Ziel „Elektrifizierung der Münstertalbahn als Erfolg für Mensch und Umwelt“ lässt sich gemeinsam zügiger erreichen.

Mai 2015

21.05.2015
PRESSEERKLÄRUNG der Bürgerinitiativen B.I.M und IG2020

Der SWEG-Website ist seit 18. Mai 2015 zu entnehmen, dass aufgrund von Baumaßnahmen auf der Münstertalbahn in der Zeit von Donnerstag, den 21.05. bis Sonntag, den 24.05.2015 ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen eingerichtet wird. Dieser verkehrt:

  • Donnerstag bis Samstag von Betriebsbeginn bis Betriebsende auf dem Abschnitt Staufen nach Münstertal und zurück
  • Sonntag von 9.00 Uhr bis Betriebsende auf der Gesamtstrecke Bad Krozingen nach Münstertal und zurück

Der Schienenersatzverkehr fährt nach besonderem Fahrplan und bedient die gekennzeichneten Ersatzhaltestellen. In den SEV-Bussen ist eine Fahrradmitnahme nicht möglich!

Schienenschleifen-Muenstertalbahn

Schienenschleifen-Muenstertalbahn

Schmieranlage Krippe 27.05.15

Schmieranlage Krippe 27.05.15

 

 

 

 

 

 

 

Die SWEG hat B.I.M. und IG2020 auf Nachfrage mitgeteilt, dass das Schleifen der Schienen in der 21. Kalenderwoche tagsüber auf Teilbereichen der 11 km langen Strecke durchgeführt wird. Anschließend werden in der 22. Kalenderwoche zwei weitere Schienenkopfkonditionierungsanlagen (SKKA, d.h. Schmieranlagen) eingebaut (Kurve Campingplatz Staufen und Kurve Bad Krozingen).
Auf die aktuelle Lärmbeschwerde der Bürgerinitiativen (zusätzlich zum hohen Rollgeräusch und Schlagen der Räder massives Quietschen in allen Kurven und am Bahnhof Staufen) reagiert die SWEG mit der Mitteilung, dass die beiden bereits im Herbst 2013 in Staufen installierten SKKA einwandfrei funktionieren. Warum es dennoch wieder wie vor deren Einbau bei jeder Vorbeifahrt (außer an Regentagen) quietscht, bleibt vorerst ungeklärt.

Am 6. Mai startet die Offenlage der Planfeststellung zur Elektrifizierung des östlichen Kaiserstuhl. Badische Zeitung 30.4.2015
Wie bereits in Staufen an der Münstertalbahn soll ein Bahnhof (hier Nimburg) zum Kreuzungsbahnhof umgebaut werden.

April 2015

29.04.2015 – Bad Krozingens Bürgermeister Kieber wendet sich in der Angelegenheit „Technische Problemlösungen bezüglich der Lärmproblematik entlang der Münstertalbahn“ Ende April in einem Brief an den technischen Vorstand der SWEG. Damit kommt erstmalig auch von offizieller Seite die Problematik „Stahlbrücke Biengener Allee“ zur Sprache.

Seit 20. April tritt das Kurvenkreischen (Videos) in Staufen wieder massiv auf, obwohl dort auf einer Strecke von 1 km bereits zwei Laufflächenschmieranlagen an den Gleisen installiert sind. Dies bestätigt die Aussagen der Gutachter, dass die Infrastrukturmaßnahmen, die die Probleme lösen sollen, nicht von Dauer sind. Echte Abhilfe können nur Maßnahmen an den Fahrzeugen selbst schaffen. Die Bürgerinitiativen setzen sich daher mit Nachdruck für das Testen von alternativen – bereits am Markt verfügbaren – Elektro-Triebwagen ohne Jakobs-Drehgestell ein.

Die Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung Frau Dr. Splett bestätigt den Bürgerinitiativen am 14. April in einem Schreiben, dass der Talent 2 beim Fahren in den Kurven höhere Lärmwerte verursacht, als das vorher eingesetzte Dieselfahrzeug. Daher sollen Maßnahmen an der Infrastruktur (Schienen Schleifen und Einbau von Laufflächenschmieranlagen) ergriffen werden. Das ist nicht mehr, als die SWEG nach der Präsentation des „Hecht-Gutachtens“ am 16. Januar bereits zugesagt hatte. Dies soll entsprechend auch an der Kaiserstuhlbahn geschehen.
Im Rahmen des Vergabeverfahrens sollen – so Frau Dr. Splett – seitens des MVI die Möglichkeiten zu lärmreduzierenden Maßnahmen an den Fahrzeugen mit den Bietern erörtert und Optionen für einen besseren fahrzeugseitigen Lärmschutz abgefragt werden.
Im laufenden Vergabeverfahren für die Breisgau S-Bahn sind seitens des MVI für die Nebenzeiten entsprechend geringe Kapazitätsvorgaben gemacht worden, so dass die Bahnunternehmen auch mit den kleinsten am Markt verfügbaren Elektrotriebwagen (zweiteilige Triebzüge) verkehren können.

Am 1. April hat die Stadt Staufen entsprechend dem Gemeinderatsbeschluss vom März, der nach einem Antrag der Freien Wähler gefaßt wurde (Tempobeschränkung auf 20 km/h in den Gleisbogen zwischen den Haltepunkten Bahnhof Staufen und Bahnhof-Süd und Bahnhof Bad Krozingen; Berücksichtigung des „Hecht-Gutachtens“, d.h. Vorgabe eines neuen Zugtyp bei den Streckenausschreibungen des Landes und Test von geeigneten Elektro-Zügen auf der Münstertalbahn), diese Forderungen in einem Schreiben  an die Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung gerichtet. Ergänzend wird in diesem Schreiben die SWEG zur Prüfung des RS1-Einsatzes (ODEG) in den Fahrplanrandzeiten aufgefordert. Ebenso wird auf das Nachrüsten der Talent 2 mit Spurkranzschmieranlagen an den Laufdrehgestellen verwiesen, da sich das erforderliche EU-Zulassungsverfahren in Kürze vereinfachen wird.
Dies ist ein guter Schritt. B.I.M. und IG2020 bedauern aber, dass die Problemstellen, an denen die innerörtliche Temporeduzierung erforderlich ist, im Antrag zu eng gefasst wurden. Entsprechende rechtzeitige Ergänzungen der Bürgerinitiativen wurden von der Stadt Staufen nicht berücksichtigt. Die entsprechenden Aktivitäten der Stadt Bad Krozingen stehen noch aus.

März 2015

26.03.2015
PRESSEERKLÄRUNG der Bürgerinitiativen B.I.M und IG2020
PE zu Sofortmaßnahmen 26 03 15

Am 25.03. unterstützt der Gemeinderat Staufen nahezu einstimmig die von den Bürgerinitiativen vorgeschlagenen Sofortmaßnahmen zur Verringerung von Lärm und Erschütterungen. Die Stadtverwaltung Staufen wird beauftragt, diese mit der Landesregierung Baden-Württemberg zu verhandeln.

B.I.M. spricht am 23.03. mit MdL Christoph Bayer über die aufgrund der Erkenntnisse des Gutachtens notwendigen Schritte auf Landesebene. MdL Bayer (SPD) sagt – wie bereits auch die MdL´s Mielich (Grüne) und Dr. Rapp (CDU) – entsprechende Unterstützung zu.

Die Gemeinden Bad Krozingen, Münstertal und Staufen reichen ihre Einwendungen (insbesondere Forderung eines Betriebs- und Abstellkonzepts) zur Planfeststellung „Ausbau Betriebswerk Staufen“ fristgerecht ein.

B.I.M. und IG2020 tauschen am 18.03. mit ZRF-Geschäftsführer Wisser vor Ort in Staufen den aktuellen Sachstand aus.

Am 10. März erhalten die Bürgermeister von den Bürgerinitiativen den Forderungs- und Anregungskatalog für die kommunalen Einwendungen im Rahmen der Planfeststellung zum Ausbau des Betriebswerkes Staufen, damit die Einwendungen fristgerecht erstellt werden können.

B.I.M. informiert bei einem politischen Abend der Freien Wählern in Münstertal über die Thematik Münstertalbahn.

Februar 2015

Inzwischen haben B.I.M. und IG2020 in Sachen Sofortmaßnahmen und Ausbau Betriebswerk Staufen mit allen Fraktionen des Gemeinderates in Staufen gesprochen.

Am 26. Februar besprechen sich die Bürgermeister Ahlers, Benitz und Kieber mit B.I.M. und IG2020 zur Thematik Sofortmaßnahmen, Wartungstourismus und Abstellproblematik. Die Bürgerinitiativen werden darum gebeten, einen Forderungs- und Anregungskatalog für die kommunalen Einwendungen im Rahmen der Planfeststellung zum Ausbau des Betriebswerkes Staufen zu erstellen. In Sachen Sofortmaßnahmen (d.h. 20 km/h in innerörtlichen Kurven) wollen die Bürgermeister ebenfalls aktiv werden.

Pressemitteilung zum 24 02 2015 – SWEG-Veranstaltung in Staufen-1

Am Dienstag, 24. Februar lädt die SWEG kurzfristig um 18.30 Uhr zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung zum Ausbau des Betriebswerks in Staufen, ins Stubenhaus nach Staufen ein (2. OG).

B.I.M. und IG2020 führen im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur in Stuttgart ein Gespräch auf Arbeitsebene.

B.I.M. und IG2020 haben am 11.02. mit MdL Dr. Patrick Rapp über die Erkenntnisse des Gutachtens und notwendige Schritte auf Landesebene gesprochen.

Auf Nachfrage erhält die B.I.M. eine aktuelle Übersicht (Straßen-, Gleis- und Tiefbau) zu den Terminen der Modernisierung der Bahnübergänge.Bauablaufplan_0602015-3 Die Fertigstellung ist inzwischen seitens der SWEG wie folgt geplant:

  • die Arbeiten an Neumagenstraße und Promenadenweg werden nach Fasnacht fortgeführt und Mitte März beendet. Die Anlagen sollen Ende März in Betrieb genommen werden.
  • die Arbeiten an Krichelnweg und Wettelbrunner Straße werden anschließend ab Mitte März fortgeführt. Die Anlagen Wettelbrunner Straße sollen Ende März in Betrieb genommen werden, die am Krichelnweg im Mai fertiggestellt sein.
  • ab Mitte Mai entfällt an allen Staufener Bahnübergängen das mechanische Glockensignal („Schlagwecker“) und das „Signalschlagen“ endet bereits nach dem Schließen der Schranken.

Januar 2015

MdL Bärbel Mielich schreibt in Sachen alternatives Zugmaterial für die Münstertalbahn an Verkehrsminister Hermann.

B.I.M. und IG2020 schreiben an die Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung, Dr. Gisela Splett bezüglich der Überarbeitung der Kriterien für die Vergabe von Strecken und schlagen die Münstertalbahn als Teststrecke für geeignete E-Fahrzeuge für Nebenstrecken vor.

PRESSEERKLÄRUNG der Bürgerinitiativen B.I.M und IG2020
zur Präsentation des schall- und schwingungstechnischen Gutachtens des ZRF zur Münstertalbahn am 16.01.2015

Gutachten bestätigt Professor Hecht und die Kritik der Anwohner:
Talent 2 passt aktuell nicht zur Münstertalbahn!

Am Freitag, dem 16. Januar fand in Staufen die öffentliche Präsentation der Ergebnisse des schall- und schwingungstechnischen Gutachtens in Anwesenheit der Bürgermeister der drei Anliegergemeinden, aller Staufener Fraktionsvorsitzenden und einiger Gemeinderäte statt. Kreisrätin Pfeifer-Suger nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil. Die Gutachter vom I.B.U. (Dipl.-Ing. Lenz) und der TU Berlin (Prof. Hecht und M.Sc. Jobstfinke), die ZRF-Geschäftsführer Wisser und Schade sowie SWEG-Technik Vorstand Dr. Gerstner standen nach der Präsentation für Fragen der rund 80 anwesenden Bürger zur Verfügung.

Die Messergebnisse des Gutachtens bestätigen das subjektive Empfinden der Anlieger, dass in den Kurven der Talent 2 im Vergleich zum RS1 doppelt so laut ist. Flyer-der Bürgerinitativen

Erste Erkenntnis aus der Veranstaltung: Der Talent 2, der aktuell nicht zur Strecke der Münstertalbahn passt, und die Trasse sollen schrittweise kompatibler gemacht werden.

Warum? Weil die Konstruktion seiner Jakobs-Drehgestelle die Schienen in engen Kurven nach kurzer Betriebszeit bereits erheblich aufgeraut hat. Das hat nicht nur erhöhten Lärm und stärkere Erschütterungen bei den Anwohnern zur Folge, sondern führt für den Eigentümer SWEG zu früherem Verschleiß von Rad und Schiene.

Die ersten Maßnahmen finden allerdings nicht am Talent 2, sondern am Gleis statt:
Die durch den Talent 2 aufgerauten Schienen sollen im Laufe von 2015 geschliffen werden und an den frisch geschliffenen Schienen müssen zusätzliche stationäre Schmieranlagen an den problematischen Kurven (Campingplatz Staufen und Kurve Bad Krozingen) eingebaut werden. In Staufen sind seit Dezember 2013 bereits zwei Flankenschmierungen am Gleis eingebaut, die in der Messwoche das Quietschen verhindert haben, nicht aber die 95 dB(A) Rollgeräusch.

Die lt. Prof. Hecht eigentlich wirksamste Maßnahme am Fahrzeug selbst, der „Einbau einer Spurkranzschmierung“, wurde von Betreiber und Hersteller aus Kostengründen (teure Neuzulassung des Fahrzeugs) vorerst negativ beschieden.

Das Grundproblem des um 1 Meter längeren Radsatz-Abstandes am Jakobs-Drehgestell ließe sich nur mit einer radialen Einstellbarkeit der Radsätze in diesem Laufdrehgestell lösen. Solche Fahrzeuge verkehren z.B. bereits zwischen Basel und Singen.

Mit den von SWEG und ZRF für 2015 zugesagten Maßnahmen an der Schiene (Schleifen und Schmieren) sollten sich lt. Gutachter das Quietschen und der erhöhte Schallpegel reduzieren. Das Dröhnen (vergleichbar mit Fluglärm) hingegen ist vermutlich auf die tiefen Frequenzen, die der Talent 2 in den Kurven anregt, zurückzuführen. Ob dieses Dröhnen durch die zugesagten ersten Maßnahmen beseitigt werden kann, ist noch unklar. Ebenso unklar ist, ob in Staufen ein Zusammenhang zwischen Dröhnen und Einbau von besohlten Betonschwellen im Jahr 2011 besteht. B.I.M. hat bereits den Antrag auf Einsicht in das sog. „Zuckriegel-Gutachten“ aus 2011 gestellt.
Die von den Anwohnern auch an gerader Strecke deutlich wahrgenommenen Erschütterungen, sind möglicherweise auch auf diese tiefen Frequenzanregungen zurückzuführen. Hierzu bedarf es weiterer Klärung. Die Problematik Stahlbrücke Bad Krozingen, an der weder Schwellen noch Schotter liegen, um dämpfend zu wirken, sondern Stahl auf Stahl trifft, wurde noch nicht untersucht.

B.I.M. und IG2020 forderten die Bürgermeister der drei Gemeinden auf, ihre im Frühjahr 2014 gestartete sog. Lärminitiative bei der Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung Baden-Württemberg, Dr. Gisela Splett, deutlich zu forcieren. Die Bürgerinitiativen stehen gerne unterstützend zur Verfügung.

Der Geschäftsführer des ZRF, Thomas Wisser, dankte den Bürgerinitiativen ausdrücklich für ihr hartnäckiges Engagement und die klare Benennung der Problematik, die man so nicht vorausgesehen habe. Er hofft auf deren weitere Unterstützung im Rahmen des Problemlösungsprozesses. Dies haben die Bürgerinitiativen zugesagt; sie erwarten ihrerseits Unterstützung durch einen transparenten Dialog auf Augenhöhe nicht nur mit dem ZRF und der SWEG, sondern ebenso mit den kommunal- und landespolitisch Verantwortlichen, d.h. auch dem Land Baden-Württemberg als Eigner der SWEG.

Zur Erinnerung: Die B.I.M. hat sich vor einem Jahr aus Gründen der mangelnden Transparenz im Umgang mit der Lärm- und Erschütterungsproblematik der elektrifizierten Münstertalbahn gegründet.

Den ersten Maßnahmen vorgelagert, fordern die Bürgerinitiativen als Sofortmaßnahme ein befristetes Tempolimit in den problematischen innerörtlichen Kurven, denn Vorbeifahrschallpegel in Höhe von 95 dB(A) wirken sich insbesondere nachts deutlich negativ auf die Gesundheit der Anwohner aus.

Unabhängig von den möglichen Erfolgsaussichten dieser ersten Maßnahmen fordern die Bürgerinitiativen, dass auf der Münstertalbahn andere Züge auf bessere Eignung getestet werden.

Da die Elektrifizierung der Münstertalbahn als Pilotprojekt definiert wurde, dürfte dies auch im Interesse des Betreibers und der politischen Verantwortlichen liegen. Christa Dzionara von der IG2020 formuliert das so: “…wenn schon Versuchskaninchen, dann bitte richtig! Wir wollen erreichen, dass die Elektrifizierung für Mensch und Umwelt ein Erfolg wird. Modernisierung darf nicht mit Rückschritt in Sachen Lärm einhergehen.“
Bürgerinitiativen B.I.M und IG2020 Staufen

Freitag, 16. Januar um 18 Uhr im Stubenhaus Staufen: Öffentliche Präsentation der Ergebnisse des schall- und schwingungstechnischen Gutachtens. Die Gutachter vom I.B.U. und der TU Berlin stehen für Fragen zur Verfügung.

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